Regional

Jäger erschlägt Waschbär-Junges in Lemgo Anzeige und Kritik folgen

today8. August 2025

Hintergrund
share close

Jungtier in Innenstadt mit Eisenstange getötet

Im Juni 2025 erschlug ein sogenannter Waschbärbeauftragter der Kreisjägerschaft Lippe in der Lemgoer Innenstadt ein junges Waschbären­tier mit einer Eisenstange. Die Entscheidung fiel angeblich, weil das Tier nach einem Sturz vom Dach schwer verletzt und von seiner Mutter verstoßen war, berichten Medien. Statt eines Schusses erfolgte ein Genickschlag aufgrund der engen Bebauung  laut Angaben des Jägers

Tierschutzorganisationen zeigen an, fordern fachlich sichere Alternativen

PETA erstattete am 24. Juli Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Detmold und hinterfragt die Rechtmäßigkeit der Tötung sowie die Schnelligkeit der Verwaisten-Einschätzung. Die Organisation ruft dazu auf, bei Wildtierproblemen auf fachkundige Beratung statt auf Jäger zu setzen. Auch der Tierschutzverein „Unsere Hände für viele Pfoten e. V.“ reichte Anzeige ein und kritisiert, dass eine Tötung mit Eisenstange tierschutzrechtlich nicht zulässig sei.

Jägerschaft sieht Rechtmäßigkeit, appelliert aber an Gesetzgeber

Die Kreisjägerschaft Lippe verteidigte das Vorgehen als jagdrechtlich gestattet und zur Gefahrenabwehr erforderlich. Gleichzeitig räumten sie ein, dass es hierfür keine etablierten Abläufe gebe und der Vorfall öffentlich verstörend wirken könne. Sie fordern mehr Handlungssicherheit für solche Situationen, betonen aber, dass sowohl Jagdrecht als auch Tierschutz berücksichtigt wurden . Die Untere Jagdbehörde bestätigte, dass der Einsatz ordnungsgemäß verlaufen sei, zeigte jedoch Bedauern darüber, dass Passanten den Vorfall mitansehen mussten.

Geschrieben von: Florian Jäger

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet