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Auszeichnung für Mut zur Wahrheit: Jörg Isermeyer erhält den Gustav-Heinemann-Friedenspreis

today25. November 2025

Hintergrund
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In Bielefeld wurde am Montagmittag (24.11.) ein besonderes literarisches Signal gesetzt: Die NRW-Landesregierung verlieh in der Wissenswerkstadt den Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher. Preisträger ist der Autor Jörg Isermeyer, dessen Roman „Egal war gestern“ die Jury überzeugte ein aktuelles, kraftvolles Werk über die Gefahren digitaler Selbstdarstellung und den Mut, sich gegen Hetze zu wehren, berichten Medien.

Ein Roman am Puls der Zeit
Isermeyers Geschichte begleitet einen Schüler, der davon träumt, über Social Media berühmt zu werden. Was als harmloser Wunsch beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Strudel aus öffentlicher Aufmerksamkeit, Hasskommentaren und digitaler Gewalt. Der Autor zeigt eindrucksvoll, wie schnell Jugendliche online zur Zielscheibe werden können und wie schwer es ist, aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

Preis mit gesellschaftlicher Botschaft
Der Gustav-Heinemann-Friedenspreis würdigt Bücher, die sich für Demokratie, Zivilcourage und ein friedliches Miteinander einsetzen. In Zeiten, in denen Desinformation, Cybermobbing und digitale Hetze immer präsenter werden, trifft Isermeyers Roman einen Nerv. Er macht jungen Leserinnen und Lesern Mut, Haltung zu zeigen und Verantwortung im Netz zu übernehmen.

Bielefeld im Zeichen der Literaturförderung
Mit der Preisverleihung in der Wissenswerkstadt unterstreicht NRW seinen Anspruch, Literatur zu fördern, die gesellschaftlich relevant ist. Die Auszeichnung soll junge Menschen sensibilisieren und zugleich Autorinnen und Autoren ermutigen, sich schwierigen Themen zu widmen. Für Isermeyer ist der Preis eine Anerkennung seiner konsequenten Arbeit an politischer und sozialer Kinder- und Jugendliteratur.

Kommentar

Selten war ein Jugendroman so zeitgemäß wie „Egal war gestern“. Die digitale Welt bietet Chancen, aber auch Abgründe und gerade junge Menschen stehen oft schutzlos vor der Wucht anonymer Angriffe. Dass die NRW-Regierung genau dieses Thema auszeichnet, ist ein wichtiges Zeichen. Literatur kann Orientierung geben, wo andere Instrumente versagen. Isermeyers Werk erinnert daran, dass Frieden nicht nur ein globales, sondern auch ein digitales Projekt ist: Er beginnt dort, wo wir uns respektvoll begegnen ob analog oder online.

Geschrieben von: Florian Jäger

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