Listeners:
Top listeners:
Lemgo Radio Der Sound für Lemgo
Eichsfeld Welle Regionalradio für den Landkreis Eichsfeld
Sound-Phoenix Regionalradio für Drebber
FLR1 Regionalradio für Witten
SchlagerMax 100% Schlager
today6. Januar 2026
Glatte Wege, Schnee und Eis verwandeln im Winter Spaziergänge im Wald schnell in gefährliche Rutschpartien und sorgen zunehmend für Sorgen bei Ehrenamtlichen und Kommunen. Aus Angst vor möglichen Haftungsfällen werden immer häufiger Sitzbänke und Schutzhütten abgebaut, berichtet mein Lemgo News.
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen sieht dagegen keinen Handlungsbedarf. Auf eine Anfrage des Lemgoer SPD-Landtagsabgeordneten Alexander Baer verwies sie auf das Bundeswaldgesetz: Wer den Wald betritt, tue dies grundsätzlich auf eigene Gefahr. Eine Ausweitung der Verkehrssicherungspflichten sei nicht vorgesehen, das bestehende Recht biete ausreichend Klarheit.
Baer kritisiert diese Haltung als unzureichend. „Das Land überlässt Ehrenamtliche und Kommunen mit ihrer Unsicherheit sich selbst“, sagt er. Anders als in Baden-Württemberg, wo über landesrechtliche Regelungen diskutiert wird, plane NRW keine Klarstellung mit spürbaren Folgen: Infrastruktur verschwindet aus den Wäldern, ehrenamtliches Engagement wird ausgebremst.
Das Landwirtschaftsministerium räumt ein, dass es in Einzelfällen zu Unsicherheiten kommen könne. Gerichte müssten dann klären, ob Bänke oder Schutzhütten als atypische Gefahrenquellen gelten. Eine pauschale Regelung durch das Land sei jedoch nicht vorgesehen.
Baer warnt: „Wenn erst Gerichte entscheiden müssen, ist der Schaden längst geschehen. Wir brauchen einen klaren Rahmen, der Ehrenamtliche schützt und nicht abschreckt.“ Ohne solche Regelungen droht der Wald, zumindest in Teilen, ungenutzt und verlassen zu bleiben und die Menschen, die ihn beleben, stehen auf verlorenem Posten.
Geschrieben von: Florian Jäger
Copyright 2025 by HörfunkBund e. V.
Beitrags-Kommentare (0)