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today7. Januar 2026
Die wirtschaftliche Lage in Lippe spitzt sich weiter zu. Immer mehr Unternehmen geraten in finanzielle Schieflage: 43 Betriebe haben allein im dritten Quartal 2025 beim Amtsgericht Detmold Insolvenz angemeldet. Insgesamt waren es in den ersten drei Quartalen des Jahres 93 Unternehmensinsolvenzen ein Anstieg um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. So hohe Zahlen gab es in Lippe zuletzt im Jahr 2015.
Unsicherheit lähmt die Wirtschaft
Für die Industrie- und Handelskammer Lippe ist diese Entwicklung ein deutliches Warnsignal. „Die Unsicherheit ist groß, das Vertrauen in tragfähige Lösungen nur verhalten“, sagt Svenja Jochens, Hauptgeschäftsführerin der IHK Lippe. Sie rechnet kurzfristig nicht mit einer Entspannung und hofft auf einen wirtschaftlichen Stimmungsumschwung im neuen Jahr. Auch landesweit zeigt sich der Trend: In Nordrhein-Westfalen meldeten die Amtsgerichte im dritten Quartal 1.742 Unternehmensinsolvenzen ein Plus von 19,2 Prozent und der höchste Wert seit einem Jahrzehnt.
Kosten, Konjunktur und Handelshemmnisse
Als Hauptursachen nennen Experten die anhaltend schwache Konjunktur, hohe Kosten und internationale Handelshemmnisse. „Bei vielen Betrieben schwindet die Liquidität ihnen wird förmlich der Boden unter den Füßen weggezogen“, erklärt Timm Lönneker, Referent der IHK Lippe. Bundesweit verursacht jede Firmeninsolvenz im Schnitt einen Schaden von rund zwei Millionen Euro. Neben Forderungsausfällen und Arbeitsplatzverlusten gehe dabei wertvolles Know-how und Innovationskraft verloren.
Baugewerbe besonders betroffen
Am stärksten traf es in Lippe das Baugewerbe mit zehn Insolvenzanträgen, dicht gefolgt vom Bereich Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit acht Fällen. Auch die Zahl der privaten Insolvenzen steigt deutlich: 98 weitere Schuldner beantragten ein Insolvenzverfahren, darunter 74 Verbraucher doppelt so viele wie im Vorjahr. Zudem waren 14 ehemals Selbstständige betroffen.
Kommentar
Die steigenden Insolvenzzahlen sind mehr als bloße Statistik: Sie zeigen, wie tief die wirtschaftliche Verunsicherung inzwischen reicht. Wenn Unternehmen schließen, gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren, sondern auch Zukunftschancen für die Region. Politik und Wirtschaft sind nun gefordert, Planungssicherheit, Entlastungen und Perspektiven zu schaffen. Ohne klare Signale droht der Trend zur Pleitewelle auch 2026 weiterzugehen.
Geschrieben von: Florian Jäger
today8. Januar 2026
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