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today7. Januar 2026
Deutschland hat sein Klimaziel für 2025 offiziell erreicht doch die Freude über die Erfolge trübt sich schnell. Laut einer aktuellen Studie der Denkfabrik Agora Energiewende sinken die Treibhausgasemissionen deutlich langsamer als noch 2024. „Deutschland verliert Tempo beim Klimaschutz“, warnt Direktorin Julia Bläsius. Die langfristigen Klimaziele für 2030 seien damit in Gefahr, berichten Medien.
Erneuerbare Energien legen zu, doch Industrie drosselt
Die CO2-Emissionen sanken 2025 um 1,5 Prozent auf 640 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, rund 49 Prozent weniger als 1990. Einen positiven Impuls lieferten die erneuerbaren Energien: Photovoltaik erzeugte Rekordmengen Strom und überholte erstmals Gas und Kohle als zweitwichtigste Stromquelle. Auch Windkraft legte an Land zu, Offshore-Windparks wachsen hingegen nur langsam.
Gleichzeitig sanken die Emissionen teilweise durch die schwächere Wirtschaft: Energieintensive Industrien produzierten weniger, exportorientierte Betriebe litten unter internationalen Handelsproblemen. Doch diese Effekte sind kein nachhaltiger Beitrag zum Klimaschutz, betonen die Experten.
Gebäude und Verkehr bremsen den Fortschritt
Im Gegensatz zu den Erneuerbaren zeigt sich beim Heizen und im Verkehr kaum Fortschritt. Der CO2-Ausstoß im Gebäudebereich stieg aufgrund eines kalten Jahresbeginns um 3 Millionen Tonnen, im Verkehrssektor um 1,4 Prozent. Trotz wachsendem Absatz von Wärmepumpen und Elektroautos reichen die Fortschritte nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Deutschland droht, die EU-Vorgaben um rund 30 Millionen Tonnen CO2 zu verfehlen mit hohen Folgekosten für den Staat.
Politik gefordert: Investitionen und Reformen nötig
Die Denkfabrik fordert die Bundesregierung zu entschiedenen Maßnahmen auf: beschleunigte Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien, zusätzliche Anreize für E-Autos und Wärmepumpen sowie eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes. Während die SPD an der 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Heizungen festhalten will, strebt die CDU Änderungen an. Ohne klare Maßnahmen könnte Deutschland bis 2030 zusätzliche CO2-Zertifikate für bis zu 34 Milliarden Euro von anderen Staaten kaufen müssen.
Kommentar
Das Erreichen des Klimaziels 2025 darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Deutschland beim Klimaschutz ins Stocken geraten ist. Fortschritte bei Solar- und Windstrom sind wichtig, doch sie gleichen nicht die steigenden Emissionen in Gebäuden und Verkehr aus.
Der Weckruf ist eindeutig: Ohne schnelle Investitionen, klare politische Vorgaben und strukturelle Reformen drohen die Klimaziele für 2030 in weite Ferne zu rücken. Klimaschutz erfordert Tempo, Konsequenz und den Mut, unbequeme Entscheidungen zu treffen.
Geschrieben von: Florian Jäger
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