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Das ist ein politischer Paukenschlag: 2.340 Bürger stellen sich quer – und zwingen den Rat zum Zurückrudern. In nur drei Wochen haben so viele Kalletaler ein Bürgerbegehren unterschrieben, dass selbst das Rathaus nicht mehr wegsehen kann. Es geht um nichts Geringeres als die medizinische Versorgung vor Ort – und um 300.000 Euro, die die Gemeinde locker machen soll, um das MVZ Kalletal vor dem Straucheln zu bewahren.
Was die Politik kurz vor Weihnachten noch abgelehnt hatte, kommt jetzt mit voller Wucht zurück auf den Tisch. Ein Darlehen der Gemeinde soll einen finanziellen Engpass überbrücken – doch der Rat sagte zunächst Nein. Die Antwort aus der Bevölkerung folgte prompt: Stift raus, Unterschrift drunter, Protest organisiert.
Initiatoren des Begehrens sind engagierte Bürger aus dem Ort – und sie haben einen Nerv getroffen. Innerhalb kürzester Zeit wurde die nötige Zahl an Unterstützern nicht nur erreicht, sondern mehr als verdoppelt. Erforderlich wären knapp 1.000 gewesen. Tatsächlich liegen jetzt über 2.300 gültige Stimmen auf dem Tisch.
Nun wird es ernst. Gleich zweimal muss der Rat außer der Reihe tagen. Zuerst steht die formale Prüfung des Begehrens an – ein Schritt, der laut Gutachten nur noch Formsache ist. Bürgermeister Mario Hecker spricht offen davon, dass rechtlich alles sauber sei.
Eine Woche später folgt der eigentliche Showdown: Dann entscheidet sich, ob die Politik einknickt – oder ob ganz Kalletal an die Urne muss.
Sollte der Rat auf stur schalten, käme es zum Bürgerentscheid. Doch selbst dafür sehen die Zeichen klar aus: Schon jetzt haben mehr Menschen unterschrieben, als später überhaupt mit „Ja“ stimmen müssten. Die Wahl wäre teuer, aufwendig – und am Ende vermutlich eindeutig.
Im Rathaus weiß man das. Hinter vorgehaltener Hand heißt es: Die Bürger sind schneller, lauter und entschlossener als die Politik.
Auch deshalb empfiehlt Bürgermeister Hecker offen, den ursprünglichen Ratsbeschluss zurückzunehmen und das Darlehen freizugeben. Ein Bürgerentscheid koste Geld, Zeit – und politisches Vertrauen. Und davon hat das Thema ohnehin schon genug verbrannt.
Brisant: Es ist nicht das erste Mal, dass Bürger in Kalletal ihrem Rat die Richtung vorgeben. Schon beim Start des MVZ hatte ein Bürgerbegehren Erfolg – damals sammelten die Initiatoren sogar noch mehr Unterschriften. Der Unterschied heute: Der Protest begann sofort. Ohne Abwarten. Ohne Umwege.
Ob im Ratssaal oder an der Wahlurne – eines ist klar: Das MVZ ist für viele Kalletaler nicht verhandelbar. Wer hier spart, spart am falschen Ende.
Die Politik kann jetzt noch elegant einlenken. Oder sie riskiert eine öffentliche Abstimmung, die zur Abrechnung wird.
Geschrieben von: stanley.dost
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