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Wer nachts im lippischen Osten unterwegs ist und spontan ein Taxi braucht, hat seit dem Jahreswechsel ein echtes Problem. Ein bislang fester Bestandteil der lokalen Mobilität ist verschwunden: Das bisher bekannte „Blomberger Taxi“ fährt nicht mehr. Ohne großes Aufsehen, ohne Proteste – aber mit weitreichenden Folgen für Fahrgäste auf dem Land.
Der Rückzug aus dem klassischen Taxigeschäft kam nicht über Nacht. Schon lange zuvor zeigte sich, dass sich das Modell nicht mehr trägt. Spätestens nach der Corona-Pandemie brachen die Fahrgastzahlen massiv ein. Kneipen schlossen, Veranstaltungen wurden seltener – und damit auch die Gründe, nachts ein Taxi zu rufen.
Während an einzelnen Festtagen noch Umsatz gemacht wurde, blieben die Fahrzeuge an vielen Abenden nahezu leer. Nachtschichten, in denen kaum mehr als ein symbolischer Betrag in die Kasse kam, wurden zur Regel. Wirtschaftlich war das auf Dauer nicht haltbar.
Statt weiter rote Zahlen zu schreiben, zogen die Betreiber die Reißleine. Der klassische Taxibetrieb wurde komplett aufgegeben, inklusive Konzession und Taxiuhr. An seine Stelle tritt nun ein reiner Fahrdienst mit neuem Namen und klarer Ausrichtung: Krankenfahrten, Flughafentransfers und vorab gebuchte Fahrten zum Festpreis.
Spontan einsteigen, rund um die Uhr? Das gehört in Blomberg nun der Vergangenheit an. Fahrten müssen vorher geplant und gebucht werden – Flexibilität sieht anders aus.
Erstaunlich: Der große Aufschrei blieb aus. Es gab keine Flut an Beschwerden, keine massenhaften Rückfragen. Offenbar war der Bedarf geringer, als viele vermutet hätten. Für die Betreiber ist das ein klares Zeichen dafür, dass das Taxi im ländlichen Raum seinen festen Platz verloren hat.
Ein weiteres Problem sind die Fahrpreise. Der festgelegte Kilometerpreis ist für viele Kunden schlicht zu teuer geworden. Eine kurze Strecke kann schnell mehrere Dutzend Euro kosten – ein Luxus, den sich immer weniger leisten wollen. Gleichzeitig steigen Löhne, Versicherungen und Betriebskosten für die Unternehmen weiter an. Subventionen? Fehlanzeige.
Das Ergebnis: Für viele Taxiunternehmer lohnt sich das Geschäft schlicht nicht mehr.
In der Region sind nur noch wenige Anbieter übrig. Einige versuchen, mit eingeschränkten Zeiten durchzuhalten, andere setzen auf Spezialisierung. Nachtschichten werden seltener, Wochenendbetrieb reicht oft gerade so zum Überleben. Nachwuchs fehlt, die Belastung ist hoch, Freizeit ein Fremdwort.
Für die Menschen bedeutet das vor allem eines: weniger Sicherheit und weniger Spontaneität. Wer nachts strandet, muss entweder tief in die Tasche greifen oder bleibt stehen. Gerade ältere Menschen, Jugendliche oder Personen ohne eigenes Auto spüren die Lücken im Angebot besonders stark.
Was in Blomberg passiert ist, könnte bald auch andere Orte treffen. Das klassische Taxi verschwindet nicht mit Knall und Sirene, sondern leise – Schicht für Schicht, Betrieb für Betrieb.
Noch gibt es Alternativen. Doch der Trend ist eindeutig: Der ländliche Raum verliert ein weiteres Stück Infrastruktur. Und die Frage ist nicht mehr ob, sondern wo als Nächstes das Licht im Taxi ausgeht.
Geschrieben von: stanley.dost
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Andrea Aschmuteit am 10. Januar 2026
Taxi tot! Das ist ein echtes Problem geworden. Wir haben es erst gestern am eigenen Leibe erlebt. Der Bus fuhr nicht aufgrund der extremen Wetterverhältnisse und das Sammeltaxi auch nicht. Ob das Sammeltaxi wegen dem Wetter nicht gefahren ist, weiß ich nicht. Das ist ein echtes Problem wenn man auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist und abends nachhause möchte. Was soll man da machen? Da kann man dann nur noch zu Fuß nachhause. Und das ist auch nicht gerade ungefährlich. Vor allem wenn die Gehwege dann noch glatt sind und man noch einen weiteren Weg vor sich hat.