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Über 100.000 Einsätze im Jahr: Leitstelle Lippe zieht Bilanz für 2025

today14. Januar 2026

Hintergrund
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Stillstand gibt es hier nicht: Die Feuerschutz- und Rettungsleitstelle des Kreises Lippe in Lemgo war auch im Jahr 2025 rund um die Uhr gefordert. An 365 Tagen, 24 Stunden am Tag, koordinierten die Mitarbeitenden Notrufe, Rettungseinsätze und Feuerwehreinsätze – mit nahezu konstant hoher Belastung.

Insgesamt disponierte die Leitstelle im vergangenen Jahr 101.471 Einsätze. Das sind 215 Einsätze mehr als 2024 und unterstreicht das dauerhaft hohe Einsatzniveau. Auch die Zahl der Notrufe über die 112 blieb stabil: 61.213 Menschen wählten diese Nummer, nahezu genauso viele wie im Vorjahr. Insgesamt wurden 171.574 Telefonate angenommen oder geführt – im Schnitt rund 470 Gespräche pro Tag.

Der Schwerpunkt der Arbeit lag erneut im Rettungsdienst. In 42.156 Fällen versorgten die Einsatzkräfte Notfallpatienten, bei 7.266 Einsätzen war zusätzlich ein Notarzt beteiligt. Deutlich gestiegen ist die Anforderung von Rettungshubschraubern: 199 Mal wurde ein Hubschrauber alarmiert, im Vorjahr waren es noch 132 Einsätze. Hinzu kamen 12.576 Krankentransporte.

Rückläufig zeigte sich hingegen die Zahl der Feuerwehreinsätze. Insgesamt rückten die lippischen Wehren 4.005 Mal aus – deutlich weniger als 2024. Davon entfielen 1.094 Einsätze auf Brände. Der Großteil, 2.911 Einsätze, betraf sonstige Hilfeleistungen wie Verkehrsunfälle, Ölspuren, Sturmschäden, Türöffnungen oder Tierrettungen.

Ein fester Bestandteil der Rettungskette sind inzwischen die sogenannten Katretter. Über eine App alarmiert die Leitstelle freiwillige Ersthelfer in der Nähe eines Reanimationsnotfalls. 2025 wurden 900 Alarmierungen ausgelöst, in 603 Fällen rückten Helfer tatsächlich aus. Bis Ende des Jahres hatten sich rund 765 Menschen in Lippe als Katretter registriert.

„Hinter all diesen Zahlen stehen Verantwortung, Engagement und täglicher Einsatz – sowohl unserer Mitarbeitenden als auch der vielen Ehrenamtlichen“, betont Sascha Medina, kommissarischer Leiter Bevölkerungsschutz beim Kreis Lippe. Ihnen gebühre Dank und Respekt für ihre Arbeit zum Schutz der Bevölkerung.

Auch organisatorisch und technisch wurde der Bevölkerungsschutz 2025 weiter ausgebaut. Neu angeschafft wurde ein Abrollbehälter Sanitär, der bei längeren Einsätzen oder Evakuierungen mit Wasch- und Sanitäreinrichtungen unterstützt. Zudem gingen fünf neue Notarzteinsatzfahrzeuge sowie vier neue Krankentransportwagen in Dienst.

Strukturelle Veränderungen gab es ebenfalls: Der Kreis Lippe übernahm Anfang des Jahres die Rettungswachen in Schlangen und Blomberg in eigene Trägerschaft. Zur besseren Organisation der notärztlichen Versorgung nahm zudem im November die Notarztmanagement gGmbH Kreis Lippe ihre Arbeit auf.

Im Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo stand die Ausbildung im Fokus. Hunderte Einsatzkräfte aus Lippe und darüber hinaus wurden geschult, tausende Atemschutzgeräte, Schläuche und Masken geprüft und instandgesetzt. Höhepunkt war die Großübung „Arminius 2025“, an der Ende August mehr als 650 Einsatzkräfte aus ganz Ostwestfalen-Lippe teilnahmen.

Der Blick richtet sich bereits nach vorn: Für 2026 plant der Kreis neue Rettungswachen in Kalletal, Barntrup und Leopoldshöhe. Ziel bleibt es, die Notfallversorgung in der Fläche weiter zu stärken – damit Hilfe auch künftig schnell dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Geschrieben von: stanley.dost

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