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Im Dezember 2025 hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Lippe gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Insgesamt waren 11.451 Frauen und Männer ohne Arbeit. Deutlich fällt jedoch der Vergleich zum Vorjahr aus: Gegenüber Dezember 2024 stieg die Arbeitslosenzahl um 935 Personen, was einem Plus von 8,9 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,1 Prozent, nach 5,6 Prozent vor einem Jahr.
Nach Einschätzung von Peter Jancker, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Detmold, zeigen sich weiterhin die Auswirkungen der schwachen Konjunktur. In witterungsabhängigen Außenberufen wie dem Baugewerbe oder dem Garten- und Landschaftsbau habe mit Beginn der kalten Jahreszeit die saisonale Kurzarbeit eingesetzt. Diese Entwicklung sei für den Dezember typisch und werde üblicherweise durch eine Belebung im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich ausgeglichen. Sorge bereite daher weniger die saisonale Arbeitslosigkeit als vielmehr die fehlenden konjunkturellen Impulse insgesamt.
Das zeigt sich auch bei den gemeldeten Stellen. Seit Jahresbeginn gingen im Kreis Lippe 4.631 Stellenangebote ein, das sind 1.022 weniger als im Vorjahreszeitraum, ein Rückgang um 18 Prozent. Allein im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 548 Stellen weniger, was einem Minus von 20 Prozent entspricht. Im Dezember meldeten die Arbeitgeber 312 neue Stellen, 18 weniger als im November und 102 weniger als im Dezember 2024. Der Bestand an offenen Stellen liegt bei 2.239.
Hinzu kommen sogenannte Mismatch-Probleme: Die Anforderungen vieler offener Stellen passen häufig nicht zu den Qualifikationen der Arbeitssuchenden. Jancker appelliert daher an Arbeitslose, die aktuelle konjunkturelle Phase für Weiterbildung zu nutzen. Die Agentur für Arbeit unterstütze Qualifizierungsmaßnahmen finanziell, sowohl für Arbeitssuchende als auch für Unternehmen. Gerade kleinere Betriebe würden Fördermöglichkeiten oft aus Sorge vor bürokratischem Aufwand nicht nutzen, dabei begleite der Arbeitgeber-Service die Unternehmen von der Personalplanung bis zur Antragstellung.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen zeigt unterschiedliche Entwicklungen: In der Arbeitslosenversicherung nach SGB III waren 4.078 Personen gemeldet, 120 mehr als im Vormonat und 357 mehr als vor einem Jahr. Im Bereich des Bürgergeldes nach SGB II sank die Zahl gegenüber dem Vormonat um 125 Personen, lag aber um 578 über dem Vorjahreswert. Insgesamt beziehen 7.373 Arbeitslose Bürgergeld, das entspricht 64,4 Prozent aller Arbeitslosen im Kreis Lippe.
Die Jugendarbeitslosigkeit stieg leicht an. 1.177 Menschen unter 25 Jahren waren im Dezember arbeitslos, neun mehr als im November und 136 mehr als vor einem Jahr. Auch bei den über 50-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit zu: 4.035 Personen waren betroffen, 34 mehr als im Vormonat und 335 mehr als im Dezember 2024. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank zwar gegenüber dem Vormonat um 116 auf 5.089 Personen, liegt aber um 516 höher als vor einem Jahr.
Die Unterbeschäftigung ging im Dezember zurück. Insgesamt waren 16.529 Menschen ohne Beschäftigung, 149 weniger als im November und 257 weniger als vor einem Jahr.
In Ostwestfalen-Lippe insgesamt waren im Dezember 2025 72.514 Menschen arbeitslos, 214 mehr als im Vormonat und 1.914 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,2 Prozent. Während das Stellenangebot in OWL im Dezember leicht zunahm, liegt der Bestand an offenen Stellen weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Geschrieben von: Gunnar Noll
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