Deutschland

Mehr Tote auf Deutschlands Straßen: Verkehrssicherheit bleibt Herausforderung

today13. Januar 2026

Hintergrund
share close

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland wird im Jahr 2025 nach einer aktuellen Prognose des ADAC leicht ansteigen. Wie der Mobilitätsclub mitteilt, rechnet er mit 2.780 Todesopfern im Straßenverkehr. Im Vorjahr waren es 2.770 – ein Plus von 0,4 Prozent.

Gleichzeitig erwartet der ADAC einen moderaten Rückgang bei der Zahl der Verletzten. Demnach sollen 2025 rund 364.000 Menschen bei Verkehrsunfällen verunglücken, nachdem es im Jahr zuvor noch 367.768 waren. Das entspricht einem Minus von etwa einem Prozent.

Auch die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Verkehrsunfälle dürfte leicht sinken. Nach 2.512.746 registrierten Unfällen im Jahr 2024 prognostiziert der ADAC für 2025 rund 2.493.000 Fälle – ein Rückgang um 0,8 Prozent. Nahezu unverändert bleibt hingegen die Zahl der Unfälle mit Personenschaden: Von 290.706 im vergangenen Jahr soll sie auf etwa 290.000 sinken, was einem minimalen Minus von 0,2 Prozent entspricht.

Unterschiede zeigen sich bei den betroffenen Verkehrsteilnehmern. Während 2025 voraussichtlich weniger Motorradfahrer und nahezu gleich viele Pkw-Insassen tödlich verunglücken wie im Vorjahr, rechnet der ADAC mit einem Anstieg bei den Todesfällen unter Fußgängern, Radfahrern und Nutzern von E-Scootern.

Mit Blick auf die langfristige Entwicklung fällt die Bilanz ernüchternd aus. Nach Einschätzung des ADAC wird das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2021 und 2030 um 40 Prozent zu senken, voraussichtlich verfehlt. Nach dem pandemiebedingten Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 seien die Zahlen wieder deutlich gestiegen und hätten sich inzwischen auf einem Niveau von rund 2.800 Todesopfern pro Jahr eingependelt.

Auffällig ist zudem der hohe Anteil sogenannter Alleinunfälle: Mehr als ein Drittel der Getöteten kam zuletzt ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer ums Leben. Nach Ansicht des ADAC unterstreicht dies, wie stark Verkehrsunfälle mit individuellem Fehlverhalten zusammenhängen.

Um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen, setzt der Automobilclub auf ein umfassendes Maßnahmenpaket. Dazu zählen eine verbesserte Fahrausbildung und Fahreignung, mehr Fahrzeugsicherheit, eine sichere Infrastruktur sowie konsequente Kontrollen und Sanktionen. Als besonders wirksam gilt die Ausweitung des Lernzeitraums, etwa durch das begleitete Fahren ab 17, das jungen Fahrern ermöglicht, frühzeitig Routine zu sammeln und das Unfallrisiko zu senken.

Darüber hinaus wirbt der ADAC für mehr gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr und unterstützt die Aktion #mehrAchtung des Bundesministerium für Verkehr. Ziel sei es, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer nachhaltig zu verbessern.

Geschrieben von: stanley.dost

Rate it

Beitrags-Kommentare (0)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet