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today14. Januar 2026
Kaum ein Thema wird in der Innenstadt so leidenschaftlich diskutiert wie das Parken. „Es gibt keine Parkplätze mehr“ oder „Parken ist viel zu teuer“ – solche Aussagen hört man immer wieder. Ein genauer Blick auf die aktuelle Situation zeigt jedoch: Diese Wahrnehmung hält einer sachlichen Betrachtung nur bedingt stand.
Tatsächlich verfügt Lemgo über eine Vielzahl an Parkmöglichkeiten. Mehrere Parkhäuser und große Parkflächen liegen sowohl innenstadtnah als auch am Rand des Zentrums. Dazu kommen Stellplätze an öffentlichen Einrichtungen, am Klinikum sowie am Innovation Campus. Insgesamt ergibt sich ein breites Angebot, das viele Autofahrer im Alltag nutzen können.
Dass dennoch der Eindruck von Knappheit entsteht, hat nachvollziehbare Gründe: Zu Stoßzeiten – etwa samstags oder bei größeren Veranstaltungen – sind besonders zentrale Parkplätze schnell ausgelastet. Hinzu kommen temporäre Sperrungen einzelner Flächen, die die Situation punktuell verschärfen. Betrachtet man jedoch das gesamte Stadtgebiet, zeigt sich: Parkplätze sind vorhanden, sie liegen nur nicht immer direkt vor dem gewünschten Ziel.
Auch bei den Parkgebühren fällt das Urteil differenzierter aus, als es oft dargestellt wird. In vielen zentralen Bereichen liegen die Kosten für die erste Stunde bei rund einem Euro, jede weitere Stunde ist häufig günstiger. Tageshöchstsätze bleiben überschaubar, und für regelmäßige Nutzer gibt es Monats- oder Wochentarife.
Besonders bemerkenswert sind kostenlose Alternativen: In einigen Randlagen, etwa im Campusbereich, kann ganz ohne Gebühr geparkt werden. Zudem ist das Parken an Sonn- und Feiertagen auf vielen öffentlichen Flächen kostenfrei. Für Kurzzeitbesucher, etwa zum Einkaufen oder für einen Cafébesuch, bleibt das Parken damit vergleichsweise günstig.
Warum hält sich dennoch hartnäckig das Bild der „Parkplatznot“? Ein Grund liegt in der Erwartungshaltung vieler Autofahrer: Wer direkt vor dem Geschäft parken möchte, empfindet bereits wenige Minuten Fußweg als Umweg. Gleichzeitig wird oft übersehen, dass größere Parkflächen in fußläufiger Entfernung noch freie Kapazitäten haben.
Ein weiterer Faktor ist die fehlende Übersicht. Wer sich nicht regelmäßig in Lemgo aufhält oder keine Park-Apps nutzt, kennt viele Stellflächen schlicht nicht. So entsteht schnell der Eindruck, es gebe „nichts mehr“, obwohl nur wenige Straßen weiter Plätze frei sind.
Unterm Strich zeigt sich: Lemgo hat keine perfekte, aber eine solide Parkplatzsituation. Es gibt viele Stellplätze, die Preise bewegen sich im moderaten Rahmen, und kostenlose Angebote ergänzen das System sinnvoll. Die oft geäußerte Kritik bezieht sich meist auf einzelne Hotspots oder kurze Zeiträume – nicht auf die Gesamtlage.
Vielleicht lohnt es sich also, beim nächsten Innenstadtbesuch den Blick etwas zu weiten. Denn Lemgos Parkplätze sind zahlreicher, als ihr Ruf vermuten lässt.
Geschrieben von: stanley.dost
today14. Januar 2026
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