Lemgo

Mehr als nur Shopping- Lemgos Innenstadt erfindet sich neu

today16. Januar 2026

Hintergrund
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Die Alte Hansestadt Lemgo startet mit dem Projektaufruf „Leerstandsaktivierung Innenstadt Lemgo!“ eine Initiative zur nachhaltigen Belebung leerstehender Ladenlokale und Wohnungen im Innenstadtbereich. Ziel ist es, ungenutzte Flächen wieder nutzbar zu machen und die Attraktivität der Innenstadt langfristig zu sichern.

Hintergrund des Projekts ist der Strukturwandel im Konsumverhalten, durch den der klassische Einzelhandel nicht mehr allein die Entwicklung der Innenstadt tragen kann.

Die Stadt Lemgo setzt daher auf neue Nutzungskonzepte und ruft Eigentümerinnen und Eigentümer dazu auf, alternative Nutzungen wie Wohnen, Dienstleistungen, Kulturangebote oder urbanes Gewerbe in Betracht zu ziehen.

Während die Hauptgeschäftsstraßen weiterhin vorrangig als Einkaufsbereiche erhalten bleiben sollen, sind für andere Teile der Innenstadt sogenannte Transformationsbereiche vorgesehen. Dort sollen insbesondere Umnutzungen, etwa von Ladenlokalen zu Wohnraum, als Pilotprojekte gefördert werden.

Bürgermeister Markus Baier unterstreicht, dass die Stadt dabei auf den Mut der Eigentümer setzt, neue Wege zu gehen. Obwohl Bürgermeister Baier sich auch sicher ist: „Wir haben immer noch eine starke Einkaufsstadt auch wenn der eine oder lieb gewonnenen Lade vielleicht verschwunden ist in den letzten Jahren, das stimmt schon, aber man kann in Lemgo alles bekommen was das Herz begehrt.“

Bewerben können sich Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden oder Gebäudeteilen innerhalb der Lemgoer Innenstadt (Zone 1 und Zone 2), die über leerstehende Ladenlokale im Erdgeschoss und/oder leerstehende Wohnungen in den Obergeschossen verfügen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass zur Aktivierung des Leerstands eine Planungsleistung sowie eine bauliche Umbaumaßnahme erforderlich sind. Reine Renovierungsarbeiten sind von der Förderung ausgeschlossen. Zudem müssen die Eigentümer bereit sein, die geplanten Maßnahmen aktiv umzusetzen.

Aus allen Bewerbungen wählt die Stadt Lemgo drei sogenannte „Leuchtturm-Projekte“ aus, die jeweils eine umfassende fachliche Begleitung in Form eines „Umbauchecks“ mit einem Gegenwert von 15.000 Euro erhalten.

Diese Unterstützung umfasst eine Analyse der Immobilie vor Ort, die Prüfung möglicher neuer Nutzungsoptionen sowie eine Beratung zu den erforderlichen baulichen Maßnahmen. Ergänzend erfolgt eine rechtliche Vorprüfung durch Stadtplanung und Bauaufsicht sowie eine konkrete Planung durch ein Architekturbüro.

Darüber hinaus erhalten die ausgewählten Projekte eine individuelle Finanzierungsberatung zur Kostenkalkulation und zu Fördermitteln.

Die Stadt unterstützt außerdem bei der Vernetzung mit potenziellen Nutzern und berät zu Fördermöglichkeiten, zuständigen Ansprechpartnern und den nächsten Schritten. Die Ergebnisse der Leuchtturm-Projekte werden abschließend dokumentiert und als Best-Practice-Beispiele im Umbau-Leitfaden der Stadt Lemgo veröffentlicht.

Die Stadt weist darauf hin, dass sich die Förderung ausschließlich auf die vorbereitende Planungsphase bezieht. Kosten für Bauanträge oder die bauliche Umsetzung selbst werden nicht übernommen. Die Auswahl der Projekte erfolgt nach Kriterien wie Sinnhaftigkeit, Effektivität, Rentabilität sowie dem erkennbaren Umsetzungswillen der Eigentümerinnen und Eigentümer.

Geschrieben von: Gunnar Noll

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