Alarm auf dem Ausbildungsmarkt: Immer mehr Jugendliche in OWL ohne Chance – Lemgo Radio Nachrichten
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Alarm auf dem Ausbildungsmarkt: Immer mehr Jugendliche in OWL ohne Chance

Florian Jäger

Während viele Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe über Fachkräftemangel klagen, spitzt sich auf dem Ausbildungsmarkt die Lage dramatisch zu, berichten Medien. Immer weniger Betriebe bilden aus und immer mehr junge Menschen bleiben ohne Perspektive.

Während viele Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe über Fachkräftemangel klagen, spitzt sich auf dem Ausbildungsmarkt die Lage dramatisch zu, berichten Medien. Immer weniger Betriebe bilden aus und immer mehr junge Menschen bleiben ohne Perspektive. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) spricht von einer „alarmierenden Schieflage“.

Im vergangenen September wurden in der Region nur noch gut 13.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind fast sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der unversorgten Jugendlichen ohne Alternative auf knapp 1.400.

Für den DGB ist diese Entwicklung kein kurzfristiger Ausreißer, sondern Ausdruck eines grundlegenden Problems. Man sehe ein „strukturelles Versagen des Ausbildungsmarktes“. Zwar beklagten viele Betriebe fehlende Fachkräfte, reduzierten aber gleichzeitig ihr eigenes Ausbildungsengagement. Dieses Verhalten sei kurzsichtig und gefährde langfristig die wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region.

Die Gewerkschaft fordert deshalb ein Umdenken und bringt eine Ausbildungsumlage ins Spiel. Künftig sollen alle Unternehmen in die Finanzierung der Ausbildung einzahlen, auch jene, die selbst keine Ausbildungsplätze anbieten. Ziel sei eine gerechtere Verteilung der Verantwortung und mehr Chancen für junge Menschen.

Denn klar ist: Wenn immer weniger Betriebe ausbilden, droht nicht nur Jugendlichen der berufliche Stillstand sondern langfristig auch der Wirtschaft in Ostwestfalen-Lippe.

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