Erst Ärger, dann Nachbesserung – zahlen müssen am Ende trotzdem die Bürger, schreibt die Lippische Landeszeitung (LZ). Der Straßenendausbau in der Deichbrede sorgt in Lemgo weiter für Diskussionen. 90 Prozent der Kosten für die erstmalige Herstellung sollen die Anwohner tragen. Der Verkehrsausschuss winkte die überarbeitete Planung nun durch – bei einer Enthaltung der Bürger für Lemgo (BfL).
Entwässerung sorgt für Zündstoff
Auslöser des Streits war die geplante Regenentwässerung. Der vorhandene Kanal ist laut Stadt bereits ausgelastet. Deshalb sollte zunächst ein Muldensystem im nördlichen Straßenbereich Abhilfe schaffen.
Für viele Anlieger ein No-Go. Sie kritisierten nicht nur die Optik, sondern auch die Kosten. Rund neun Euro pro Quadratmeter hätten sie bei dieser Variante zahlen müssen.
Wunschlösung wird teurer
Die Bürger forderten stattdessen eine Pflasterung – und bekamen sie. Zwei Meter breit auf beiden Seiten, ergänzt durch eine Kastenrinne aus Guss zur Entwässerung.
Der Haken: Die Wunschlösung treibt den Beitragssatz nach oben. Statt neun werden nun rund elf Euro pro Quadratmeter fällig. Wer mehr Gestaltung will, muss tiefer in die Tasche greifen.
Im Ausschuss wurde zudem die Starkregensicherheit der Rinne hinterfragt. Die Verwaltung versicherte, sie sei in ihrer Leistungsfähigkeit mit einem Kanal vergleichbar.
Zukunftsfähig – oder nur teuer?
Unter der Straße soll eine neue, verstärkte Stromleitung verlegt werden – auch mit Blick auf mögliche Wallboxen für E-Autos. Zusätzlich plant die Stadt vorsorglich Leerrohre für einen späteren Glasfaserausbau.
Geplant ist außerdem ein niveaugleicher Ausbau mit drei Meter breiter Asphaltfahrbahn, sechs Grünbeeten mit Bäumen sowie zwölf neuen Pilzleuchten. Die Stadtwerke erneuern die Wasserhausanschlüsse gleich mit.
Beteiligung sorgt für neue Debatte
Neben den Bauplänen geriet auch das Beteiligungsverfahren in die Kritik. SPD-Vertreter Julien Thiede forderte, künftig ausschließlich Präsenzveranstaltungen anzubieten und auf digitale Formate zu verzichten.
Die Verwaltung konterte: Bei beitragspflichtigen Maßnahmen gebe es ohnehin Vor-Ort-Termine – digitale Beteiligung schließe persönliche Gespräche nicht aus.
Fest steht: Der Kompromiss steht, die Kosten bleiben hoch. In Voßheide zeigt sich einmal mehr, wie schnell aus einem Straßenbauprojekt ein politischer Schlagabtausch wird – besonders dann, wenn Bürger kräftig mitzahlen sollen.

