Equal Pay Day: Frauen verdienen in der Region weiterhin deutlich weniger als Männer – Lemgo Radio Nachrichten
Lokales10 Min. Lesezeit

Equal Pay Day: Frauen verdienen in der Region weiterhin deutlich weniger als Männer

Stanley Dost

Auch im Jahr 2026 verdienen Frauen in der Region im Durchschnitt noch immer weniger als Männer. Darauf weist die Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn anlässlich des Equal Pay Day hin.

Auch im Jahr 2026 verdienen Frauen in der Region im Durchschnitt noch immer weniger als Männer. Darauf weist die Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn anlässlich des Equal Pay Day hin. Der Aktionstag macht symbolisch sichtbar, wie groß die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ist.

58 Tage rechnerisch ohne Bezahlung

Bei einer aktuellen Lohnlücke von bundesweit 16 Prozent arbeiten Frauen statistisch gesehen 58 Tage länger, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Rechnerisch entspricht das dem Zeitraum vom 1. Januar bis zum 27. Februar.

Unter dem diesjährigen Motto „Equal Pay Every Day“ soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass gleiche Bezahlung noch immer nicht Realität ist.

Deutliche Unterschiede auch vor Ort

Nach Daten der Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit (Stand Dezember 2024) verdienen Männer auch in den Kreisen Höxter, Lippe und Paderborn im Median mehr als Frauen.

Im Kreis Höxter lag das Medianentgelt bei 3.562 Euro insgesamt, wobei Männer 3.654 Euro und Frauen 3.232 Euro verdienten. Im Kreis Lippe betrug das Medianentgelt insgesamt 3.867 Euro (Männer: 3.956 Euro; Frauen: 3.654 Euro). Im Kreis Paderborn lag es bei 3.798 Euro (Männer: 3.914 Euro; Frauen: 3.483 Euro).

Die Statistik berücksichtigt durchschnittliche Bruttomonatsentgelte von Vollzeitbeschäftigten inklusive Sonderzahlungen.

Lücke wird kleiner – aber bleibt spürbar

„Einen deutlichen Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen gibt es nach wie vor, wenn auch die Lücke in den vergangenen Jahren kleiner geworden ist“, erklärt Simone Wils, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn.

Auch ihre Kollegin Marnie Titgens betont, dass sich zwar einiges bewegt habe, der Gender Pay Gap aber weiterhin unter anderem durch unterschiedliche Berufswahlen geprägt sei. Branchen mit hohem Frauenanteil seien häufig schlechter bezahlt, während Männer häufiger in besser vergüteten Berufen und Führungspositionen tätig seien.

Doppelbelastung durch Care-Arbeit

Ein weiterer Faktor ist laut Agentur die ungleiche Verteilung von familiären Aufgaben. Frauen übernehmen weiterhin überdurchschnittlich oft Care-Arbeit wie Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen und arbeiten deshalb häufiger in Teilzeit.

Gleichstellung bleibt Ziel

Der Equal Pay Day verdeutlicht nach Einschätzung der Arbeitsagentur, dass der Gender Pay Gap mehr ist als eine statistische Kennzahl. Er zeige, dass echte Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt noch nicht erreicht sei. Mehr Entgelttransparenz könne ein wichtiger Schritt sein, um bestehende Lohnunterschiede sichtbar zu machen und langfristig zu schließen.

Lemgo Radio

Jetzt einschalten!