Der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan eskaliert. Pakistan hat der Taliban-Regierung in Kabul nach neuen Luft- und Bodenangriffen den „offenen Krieg“ erklärt. Hintergrund sind mehrere Selbstmordanschläge in Pakistan, für die Islamabad die Taliban verantwortlich macht.
In der Nacht griff das pakistanische Militär die afghanische Hauptstadt Kabul sowie die Provinzen Kandahar und Paktia an. Dort waren Explosionen und Sirenen zu hören. Nach Angaben beider Seiten gab es zahlreiche Tote, die Zahlen liegen jedoch weit auseinander und konnten bisher nicht unabhängig überprüft werden.
Die Taliban meldeten zuvor eigene Luftangriffe auf militärische Einrichtungen in Pakistan. Präsident Asif Ali Zardari und Verteidigungsminister Khawaja Asif betonten, Pakistan werde keine Zugeständnisse in Bezug auf Frieden und territoriale Integrität machen.
Die Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten bestehen seit Langem, verschärften sich aber seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August 2021. Auslöser der jüngsten Gewalt war ein Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in Islamabad vor zwei Wochen, bei dem sich die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte.
Die Vereinten Nationen fordern beide Seiten zur Deeskalation auf. Pakistan wirft den Taliban vor, Extremisten in Afghanistan zu beherbergen. Die Taliban bestreiten dies.

