Nachhaltig arbeiten, digital denken: Lemgo diskutiert über die Zukunft – Lemgo Radio Nachrichten
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Nachhaltig arbeiten, digital denken: Lemgo diskutiert über die Zukunft

Isabelle Zimmermann

Unter dem Titel „Mitmach-Mittwoch“ lädt die Stadtverwaltung in diesem Jahr zum offenen Dialog über die Lemgoer Nachhaltigkeitsstrategie ein. Zum Start im Anno 1578 drehte sich alles um das Thema „Gute Arbeit und nachhaltiges Wirtschaften“.

Unter dem Titel „Mitmach-Mittwoch“ lädt die Stadtverwaltung in diesem Jahr zum offenen Dialog über die Lemgoer Nachhaltigkeitsstrategie ein. Zum Start im Anno 1578 drehte sich alles um das Thema „Gute Arbeit und nachhaltiges Wirtschaften“. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Ideen einzubringen, sich zu informieren und bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Gute Arbeit – auch mit KI“ mitzudiskutieren.

Ein echter Hingucker war die sogenannte Klima-Waage. Hier konnten Besucherinnen und Besucher im wahrsten Sinne des Wortes abwägen, wie viel CO₂ verschiedene Alltagsaktivitäten verursachen oder einsparen. „Oh, so einen großen Unterschied hätte ich nicht erwartet!“, war eine häufige Reaktion. Wer beispielsweise seine Duschzeit halbiert, kann im Schnitt rund 341 Kilogramm CO₂ pro Jahr einsparen, eine Zahl, die viele zum Nachdenken brachte.

Publikumsmagnet des Abends war die interaktive Podiumsdiskussion. Auf dem Podium diskutierten Sarah Depenbusch von der Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Rudolf Langemann, Vorstand der Lebenshilfe Lemgo e.V., sowie Daniel Neufeld, geschäftsführender Gesellschafter der Haustechnik Neufeld & Jodko GmbH, über aktuelle Fragen rund um das Arbeiten im Zeitalter künstlicher Intelligenz. Per Abstimmungsprogramm konnte sich das Publikum live beteiligen und so den Verlauf der Diskussion aktiv mitgestalten.

Bereits die erste Frage – „Ist KI wichtig für gute Arbeit?“ – zeigte: Viele der Anwesenden haben sich mit dem Thema schon beschäftigt. Im Arbeitsalltag spiele künstliche Intelligenz bislang jedoch meist nur eine untergeordnete Rolle. Am häufigsten genannt wurden Chatbots, die bei einfachen wie komplexeren Fragestellungen unterstützen. „Insbesondere im Handwerk fehlt es derzeit noch an guten Anwendungsmöglichkeiten“, betonte Daniel Neufeld. Rudolf Langemann ergänzte mit Blick auf die soziale Arbeit: „Zum Diktieren von Berichten ist es eine Erleichterung. Aber bei der Lebenshilfe steht der Mensch im Mittelpunkt. Das darf sich auch durch KI nicht ändern.“

Einigkeit herrschte darüber, dass es noch an klaren Leitlinien fehle. Arbeitgeber müssten definieren, wo und wie KI eingesetzt werden solle. Derzeit werde vieles als Grauzone wahrgenommen, was bei Beschäftigten Unsicherheiten auslöse. Dennoch sieht Sarah Depenbusch großes Zukunftspotenzial: „In nahezu allen Bereichen wie Effizienzsteigerung, Kreativität und Nachhaltigkeit gibt es große Potenziale für KI. Das lässt sich nicht nur auf einen Bereich einschränken.“ Der erste Mitmach-Mittwoch markiert den Auftakt einer Veranstaltungsreihe. Der nächste Termin ist für Mitte April geplant.

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