Inhaltlich versucht die Partei darin, ihre Aussagen aus der Sitzung einzuordnen. Es habe sich um offene Fragen gehandelt – unter anderem zum Bedarf der geplanten Wohnanlage für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie zu möglichen Auswirkungen auf die Nachbarschaft.
Besonders im Fokus steht weiterhin eine Passage, die bereits im Ausschuss für Empörung gesorgt hatte: Die AfD spricht davon, dass eine mögliche fehlende Akzeptanz in der Nachbarschaft zu einer „Wertminderung der Grundstücke“ führen könnte.
Gleichzeitig kritisiert die Partei die bisherige Berichterstattung anderer Medien. In ihrer Mitteilung heißt es, die Lippische Landeszeitung habe zwar „weitgehend korrekt“ berichtet, jedoch seien Überschrift und Wortwahl „reißerisch“.
Aus journalistischer Sicht ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Nach erneuter Analyse der Berichterstattung zeigt sich, dass die Darstellung der Lippischen Landeszeitung ausgewogen und sachlich erfolgt ist. Die zentralen Aussagen und Abläufe wurden korrekt wiedergegeben.
Die AfD erklärt außerdem, ihre Vertreter hätten Fragen direkt an die Lebenshilfe richten wollen. Da jedoch noch kein fertiges Konzept vorgelegen habe und entsprechende Ansprechpartner nicht vor Ort gewesen seien, seien die Fragen allgemein formuliert worden.
Deutliche Reaktionen aus Lemgo
Auch bei Lemgo Radio selbst stößt die Thematik auf klare Kritik.
Stanley Dost, Vorstand des Hörfunkbundes und von Lemgo Radio, sagt: „Für mich ist das nicht nur ein Unding. Es kann nicht sein, dass sich eine Partei so über Menschen mit Behinderung äußert – gerade in einer Stadt wie Lemgo, die für Inklusion steht.“
Auch Florian Jäger, sachkundiger Bürger in einem Ausschuss der Stadt Lemgo und Redakteur bei Lemgo Radio, äußert sich deutlich: „Jeder Mensch hat den gleichen Wert. Es darf nicht darum gehen, Menschen nach ihrem Unterstützungsbedarf zu bewerten. Am Ende geht es hier um Menschen – nicht um Geld.“
Die Diskussion um das Bauprojekt im Bereich Oberer Pahnsiek/Am Stiftsland dürfte damit weiter anhalten. Während viele das Vorhaben als wichtigen Schritt für mehr Teilhabe sehen, zeigt die aktuelle Debatte, wie emotional das Thema in Lemgo geführt wird.

