Die Arbeitslosigkeit im Kreis Lippe ist im Januar 2026 deutlich gestiegen: 12.090 Personen waren arbeitslos gemeldet der höchste Januarwert seit 2017 (damals 12.941). Das entspricht einer Quote von 6,5 Prozent, nach 5,9 Prozent vor einem Jahr.
„Die Rechnung ist einfach: Ohne neue Stellen gibt es keine Entlastung, und der heimische Arbeitsmarkt bleibt angespannt“, erklärt Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. Besonders betroffen sind Handwerksbetriebe, kleine und mittelständische Unternehmen sowie große Arbeitgeber, die alle unter der aktuellen konjunkturellen Schwäche leiden und nur begrenzte Möglichkeiten haben, neue Stellen zu schaffen.
Trotz der angespannten Lage ist der Wille der Unternehmen erkennbar, gut ausgebildete Fachkräfte zu halten, um Produktion und Dienstleistungen bei Bedarf hochzufahren. Die Agentur für Arbeit appelliert deshalb an Arbeitgeber und Arbeitsuchende, langfristige Strategien zu verfolgen – sei es über Qualifizierung, Kurzarbeit oder gezielte Beschäftigungsmöglichkeiten.
🔹 Entwicklungen nach Bereichen
Arbeitslosenversicherung (SGB III): 4.598 Personen, +12,8 % zum Vormonat
Bürgergeld (SGB II): 7.492 Personen, +1,6 % zum Vormonat
Jugendarbeitslosigkeit (<25 Jahre): 1.230 Personen, +4,5 %
Arbeitslose ab 50 Jahre: 4.241 Personen, +5,1 %
Langzeitarbeitslose (>1 Jahr): 5.225 Personen, +2,7 %
Stellenmarkt
Die Arbeitgeber meldeten im Januar nur 276 neue Stellen, 36 weniger als im Vormonat und 71 weniger als im Vorjahr. Der Gesamtbestand offener Stellen liegt bei 2.206, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 19,4 % entspricht.

