Atommüll-Endlagersuche ins Ungewisse verschoben – Umweltministerium verschiebt Entscheidung – Lemgo Radio Nachrichten
Politik10 Min. Lesezeit

Atommüll-Endlagersuche ins Ungewisse verschoben – Umweltministerium verschiebt Entscheidung

MATTHIAS MASNATA

Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland erlebt einen herben Rückschlag: Das Bundesumweltministerium hat die Entscheidung über den endgültigen Standort vertagt und das bisherige Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen.

Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland erlebt einen herben Rückschlag: Das Bundesumweltministerium hat die Entscheidung über den endgültigen Standort vertagt und das bisherige Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen. Politik, Fachleute und Bürger:innen müssen sich nun auf ein Jahrzehnte währendes Auswahlverfahren einstellen. Ursprünglich plante das Ministerium, bis 2031 klare Kriterien für einen geeigneten Standort zu definieren. Der aktuelle Entwurf zeigt jedoch, dass dieses Zeitfenster „nicht mit den Anforderungen an ein sorgfältiges Auswahlverfahren vereinbar“ sei. Experten rechnen nun damit, dass die Entscheidung unter den gegebenen Bedingungen erst in den 2070er-Jahren fallen könnte. Die Debatte um das Endlager ist seit den 2010er-Jahren ein Politikum. Nach dem Ausschluss des Salzstocks Gorleben im niedersächsischen Wendland müssen acht weitere Regionen geologisch geprüft werden. Die extrem hohen Sicherheitsanforderungen für die Lagerung von Atommüll machen die Standortwahl besonders kompliziert – Kritiker:innen warnen vor einem „Generationenproblem“. Bundesumweltminister Carsten Schneider hatte im vergangenen Jahr Maßnahmen angekündigt, um das Verfahren zu beschleunigen und ab 2027 schneller voranzukommen. Der aktuelle Entwurf zeigt jedoch, dass diese Anstrengungen bislang nicht ausreichen, um eine baldige Entscheidung herbeizuführen.

Lemgo Radio

Jetzt einschalten!