In der Leipziger Innenstadt hat sich ein schwerer Vorfall ereignet: Ein 33-jähriger Autofahrer ist nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei mit einem Wagen in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt, darunter auch Schwerverletzte.
Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt rund 20 Personen betroffen. Drei davon erlitten schwere Verletzungen und wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Der Fahrer, ein deutscher Staatsangehöriger, wurde noch am Tatort festgenommen. Laut Polizei ging von ihm nach der Festnahme keine weitere Gefahr aus. Berichten zufolge hatte er das Fahrzeug selbst gestoppt, bevor Einsatzkräfte eintrafen.
Die Polizei ermittelt wegen zweifachen Mordes sowie mehrfachen versuchten Mordes. Nach aktuellem Stand gehen die Ermittler von einer Amoktat aus. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat liegen bislang nicht vor; stattdessen wird ein mögliches persönliches oder psychisches Motiv geprüft.
Ablauf der Tat
Nach ersten Erkenntnissen fuhr der Wagen aus Richtung Augustusplatz über die Grimmaische Straße in Richtung Markt. Dort erfasste er mehrere Passanten in einer der zentralen Einkaufsstraßen der Stadt. Augenzeugen berichteten von hoher Geschwindigkeit.
Die Grimmaische Straße verbindet den Augustusplatz mit der Innenstadt-Fußgängerzone und ist stark frequentiert. In der Nähe befinden sich unter anderem die Universität Leipzig sowie die Nikolaikirche.
Ein beschädigter weißer VW wurde später am Tatort festgestellt. Bilder zeigen ein stark beschädigtes Fahrzeug mit zerborstener Frontscheibe und eingedrückter Motorhaube.
Großeinsatz der Rettungskräfte
Unmittelbar nach dem Vorfall rückten Polizei und Rettungskräfte mit einem Großaufgebot an. Der Bereich rund um die Innenstadt wurde weiträumig abgesperrt. Zeitweise waren auch Hubschrauber im Einsatz.
Die Einsatzkräfte sprachen von einem „Massenanfall von Verletzten“. Die Lage sei inzwischen unter Kontrolle, eine weitere Gefährdung der Bevölkerung bestehe nicht mehr.
Reaktionen
Sachsens Ministerpräsident und die Stadt Leipzig äußerten sich tief betroffen. Der Oberbürgermeister sprach am Abend von einer tragischen Lage und bestätigte die Opferzahlen. Die Ermittlungen zu genauen Hintergründen dauern an.

