Schwere Vorwürfe vor Gericht: Prozess gegen 48-Jährigen aus Lemgo fortgesetzt – Lemgo Radio Nachrichten
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Schwere Vorwürfe vor Gericht: Prozess gegen 48-Jährigen aus Lemgo fortgesetzt

Stanley Dost

Vor dem Landgericht Detmold hat in dieser Woche der Prozess gegen einen 48 Jahre alten Mann aus Lemgo begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes vor.

Vor dem Landgericht Detmold hat in dieser Woche der Prozess gegen einen 48 Jahre alten Mann aus Lemgo begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes vor. Der Angeklagte soll im Jahr 2020 die damals zehnjährige Schwester seines Patenkindes missbraucht haben. Die Tat soll sich ereignet haben, als die Eltern der Kinder wegen einer Geburt im Krankenhaus waren.

Der Angeklagte bestreitet sämtliche Vorwürfe. Über seine Verteidigerin lässt er erklären, dass er zwar an dem betreffenden Tag auf die Kinder aufgepasst habe, es jedoch zu keinerlei Übergriffen gekommen sei. Auch eine sexuelle Bedrängung habe es nicht gegeben. Der spätere Kontakt zur Familie sei aus ganz normalen Gründen weniger geworden.

Zur Verteidigung trägt die Anwältin zudem vor, ihr Mandant sei gesundheitlich stark eingeschränkt gewesen und habe kurze Zeit später eine schwere Operation über sich ergehen lassen müssen. Zudem verweist sie auf eine anerkannte körperliche und geistige Behinderung sowie auf eine langjährige Alkoholabstinenz. All das spreche gegen die Vorwürfe, so die Verteidigung.

Das mutmaßlich betroffene Mädchen, inzwischen 15 Jahre alt, sagte zu Beginn des Verfahrens unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Auch der Angeklagte durfte während der Aussage nicht anwesend sein. Hintergrund ist ein ärztliches Kurzgutachten, dem zufolge der direkte Kontakt für das Kind psychisch belastend wäre. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Nebenklage und stellte den Schutz des Kindes über das Verteidigungsinteresse.

Nach Angaben des Landgerichtssprechers bewertete die Kammer die Aussage des Mädchens grundsätzlich als verwertbar. Dennoch konnte zum Prozessauftakt kein Urteil gefällt werden. Es gebe Hinweise darauf, dass das Mädchen bereits seit mehreren Jahren psychologisch begleitet werde. Um die Aussage korrekt einordnen zu können, müsse dieser Umstand weiter aufgeklärt werden. Auch die Eltern konnten dazu bislang keine näheren Angaben machen.

Ausgelöst worden war das Verfahren durch eine Anzeige des Vaters im Sommer 2025. Das Gericht hat weitere Zeugen geladen und den nächsten Verhandlungstag auf den 9. Februar terminiert.

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