Billiger fliegen? Steuerpläne der Regierung sorgen für Zweifel – Lemgo Radio Nachrichten
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Billiger fliegen? Steuerpläne der Regierung sorgen für Zweifel

Florian Jäger

Die Bundesregierung will Flugtickets günstiger machen und die Luftverkehrsteuer senken. Doch ob Reisende wirklich profitieren, ist bislang unklar.

Die Bundesregierung plant eine spürbare Entlastung für Flugreisende: Ab dem 1. Juli soll die Luftverkehrsteuer gesenkt werden. Ein entsprechender Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht vor, die Abgabe auf das Niveau vor der Erhöhung im Jahr 2024 zurückzuführen.

Konkret sollen die Steuersätze je nach Flugdistanz deutlich sinken. Für Kurz- und Inlandsflüge ist eine Reduzierung um rund 2,50 Euro vorgesehen, während Passagiere auf Langstrecken sogar über 11 Euro sparen könnten. Damit setzt die Koalition aus Union und SPD ein zentrales Vorhaben aus ihrem Koalitionsvertrag um.

Doch ob diese Entlastung tatsächlich bei den Reisenden ankommt, bleibt fraglich. Denn die Steuer ist nur ein Teil der Gesamtkosten eines Tickets. Ob Fluggesellschaften wie Lufthansa, Ryanair oder EasyJet die niedrigeren Abgaben vollständig an ihre Kunden weitergeben, ist offen.

Für den Staat bedeutet die Maßnahme erhebliche Einnahmeverluste. Allein im Jahr 2026 rechnet das Finanzministerium mit Mindereinnahmen in Höhe von rund 185 Millionen Euro. Bis 2030 summieren sich die Ausfälle auf etwa 1,5 Milliarden Euro.

Vertreter der Luftfahrtbranche begrüßen die Pläne grundsätzlich, sehen aber weiteren Handlungsbedarf. So fordert der Flughafenverband ADV zusätzliche Entlastungen, etwa bei Flugsicherungs- und Sicherheitskosten, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Flughäfen zu stärken.

Gleichzeitig bleibt die Branche unter Druck: Steigende Ölpreise infolge internationaler Konflikte sowie eingeschränkte Lufträume treiben die Betriebskosten vieler Airlines weiter nach oben. Ob die geplante Steuersenkung diese Belastungen ausgleichen kann und tatsächlich zu günstigeren Tickets führt ist daher alles andere als sicher.

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