China hat die USA aufgefordert, ihre einseitigen Strafzölle vollständig aufzuheben. Hintergrund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, der einen Großteil der von Präsident Donald Trump verhängten Zölle für ungültig erklärt hatte. Aus Sicht Pekings verstoßen die Maßnahmen gegen internationale Handelsregeln sowie gegen US-amerikanisches Recht.
Das chinesische Handelsministerium warnte erneut vor einem Handelskrieg und betonte, Protektionismus führe in eine Sackgasse. China werde die weitere Entwicklung genau beobachten und seine wirtschaftlichen Interessen „entschlossen verteidigen“. Auch das Außenministerium äußerte Kritik und reagierte auf Berichte, wonach die US-Regierung alternative Wege prüfen könnte, um Zölle dennoch aufrechtzuerhalten.
US-Präsident Trump kündigte nur wenige Stunden nach dem Gerichtsurteil neue Sonderzölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus aller Welt an. Zudem stellte er eine mögliche Anhebung auf 15 Prozent in Aussicht. Er begründete sein Vorgehen damit, dass China die größte wirtschaftliche und technologische Herausforderung für die USA darstelle.
Ende März will Trump zu Gesprächen mit Chinas Staatschef Xi Jinping nach Peking reisen. Beobachter gehen davon aus, dass beide Seiten bemüht sind, die angespannte Lage nicht weiter eskalieren zu lassen – auch wenn die Unsicherheit im Handelskonflikt weiter zunimmt.

