Clevere Ampeln aus Lemgo: KI-Projekt KI4PED schafft es auf UNESCO-Bestenliste – Lemgo Radio Nachrichten
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Clevere Ampeln aus Lemgo: KI-Projekt KI4PED schafft es auf UNESCO-Bestenliste

Stanley Dost

Internationale Anerkennung für Forschung aus Lippe: Das Projekt „KI4PED – KI-basierte Optimierung von Fußgängerüberquerungszeiten durch smarte Lichtsignalanlagen“ des Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo ist in die Bestenliste „IRCAI Top 100: Global AI for SDGs Index 2025“ aufgenommen worden. Unter der Schirmherrschaft der UNESCO erhielt das Projekt von den Gutachterinnen und Gutachtern die Bewertung „Excellent“ und zählt damit zu den weltweit 100 herausragenden KI-Innovationen für nachhaltige Entwicklung.

Im Projekt KI4PED haben Forschende eine „clevere Ampel“ entwickelt, die Fußgängerinnen und Fußgänger frühzeitig erkennt und mithilfe Künstlicher Intelligenz deren Überquerungsabsicht einschätzt. Die Grünphasen werden daraufhin bedarfsgerecht gesteuert. Ziel ist es, Wartezeiten zu verkürzen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Konventionelle Fußgängerampeln berücksichtigen oft nicht, dass Menschen unterschiedlich schnell unterwegs sind – etwa ältere Personen, Kinder oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Lange Rotphasen führen zudem häufig dazu, dass Straßen trotz Rotlicht überquert werden. Genau hier setzt KI4PED an.

Sensorik erkennt Bewegungsmuster anonym

Das System kombiniert moderne 3D-LiDAR-Sensorik mit KI-basierter Datenauswertung. Die Sensoren erfassen das Umfeld berührungslos und DSGVO-konform anonymisiert. KI-Modelle analysieren Bewegungsmuster und sagen voraus, ob jemand die Straße überqueren möchte. So kann die Ampel schneller auf den tatsächlichen Bedarf reagieren – ganz ohne Tastendruck.

Getestet wurde die Technik unter anderem an Lichtsignalanlagen in Lemgo und Bielefeld.

Beitrag zu nachhaltigen Städten

„Mit dem Projekt KI4PED zeigen wir, wie KI im Alltag helfen kann. Die Technik versteht den Menschen und passt sich ihm an, statt umgekehrt“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Direktor des Fraunhofer IOSB-INA. Projektleiter Dr.-Ing. Dennis Sprute ergänzt: „Unser Ziel ist es, Städte sicherer und lebenswerter zu machen – insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden.“

Mit der Aufnahme in die IRCAI-Top-100 würdigt die internationale Fachwelt den Beitrag des Lemgoer Projekts zu nachhaltiger Mobilität und zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.

Bildquelle: Pressemitteilung Fraunhofer IOSB-INA

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