Der Krieg im Iran hat begonnen: USA und Israel greifen an – Lemgo Radio Nachrichten
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Der Krieg im Iran hat begonnen: USA und Israel greifen an

Stanley Dost

Die Lage im Nahen Osten ist dramatisch eskaliert. Israel hat am frühen Samstagmorgen einen umfassenden Präventivschlag gegen den Iran begonnen.

Die Lage im Nahen Osten ist dramatisch eskaliert. Israel hat am frühen Samstagmorgen einen umfassenden Präventivschlag gegen den Iran begonnen. Nach Angaben der israelischen Regierung sollte damit eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung für den Staat abgewehrt werden. Verteidigungsminister Israel Katz rief landesweit den Ausnahmezustand aus. Die Bevölkerung wurde angewiesen, Schutzräume aufzusuchen und den Anweisungen des Heimatfrontkommandos Folge zu leisten. Sirenen heulten zunächst vor allem im Norden Israels, Explosionen waren zu hören, während das Raketenabwehrsystem Geschosse aus dem Iran abfing.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte die Militäroperation mit dem Namen „Operation Brüllender Löwe“. Er sprach von einer existenziellen Bedrohung durch das iranische Regime und betonte, man habe gemeinsam mit den Vereinigten Staaten gehandelt. Netanjahu dankte ausdrücklich US-Präsident Donald Trump für dessen Unterstützung und Führungsstärke. Trump selbst hatte zuvor erklärt, er bevorzuge zwar eine diplomatische Lösung, schließe militärische Schritte jedoch nicht aus. In einem veröffentlichten Video sprach er von einer notwendigen Mission zum Schutz der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten. Er räumte zugleich ein, dass es im Zuge der Angriffe auch amerikanische Opfer geben könne.

Übereinstimmenden MedienNach Informationen beteiligten sich die USA aktiv an den Angriffen. Demnach erfolgten Schläge sowohl aus der Luft als auch von See aus. In Videos aus dem Nordirak sollen US-Marschflugkörper auf dem Weg Richtung Iran zu sehen gewesen sein. Der Irak reagierte und schloss seinen Luftraum. Auch Israel und Iran sperrten ihren Luftraum für den zivilen Verkehr. Die US-Botschaft in Katar verhängte eine Ausgangssperre für ihre Mitarbeiter und empfahl amerikanischen Staatsbürgern im Land erhöhte Vorsicht.

Im Iran wurden in der Hauptstadt Teheran sowie in weiteren Städten wie Isfahan, Karaj und Kermanshah Explosionen gemeldet. Nach Informationen sollen mehrere Regierungsgebäude getroffen worden sein. Das iranische Staatsfernsehen kündigte offiziell Vergeltung an und sprach von einem begonnenen Gegenangriff. Ein Vertreter des Regimes drohte mit einem „vernichtenden“ Gegenschlag. Irans geistliches Oberhaupt Ali Chamenei soll nach Angaben aus Regierungskreisen an einen sicheren Ort gebracht worden sein.

Die iranischen Behörden versetzten das Gesundheitssystem in Alarmbereitschaft. Krankenhäuser arbeiten im Rund-um-die-Uhr-Betrieb, medizinisches Personal wurde in Bereitschaft versetzt, Kriegsverletzungen sollen kostenlos behandelt werden. Gleichzeitig kommt es zu erheblichen Internetstörungen im Land. Messungen zufolge liegt die Konnektivität nur noch bei gut der Hälfte des Normalniveaus, was die Informationslage zusätzlich erschwert.

Auch aus der iranischen Opposition kamen Reaktionen. Der im Exil lebende Kronprinz Reza Pahlavi sprach von entscheidenden Momenten für sein Land. Er erklärte, die Intervention richte sich gegen das Regime und nicht gegen das iranische Volk, und rief die Bevölkerung auf, sich gegen die Führung der Islamischen Republik zu erheben.

Während politische Führungspersönlichkeiten von strategischen Notwendigkeiten sprechen, erleben Millionen Menschen in der Region Stunden der Angst und Unsicherheit. In Israel wurden Krankenhäuser angewiesen, ihren Betrieb in geschützte und unterirdische Bereiche zu verlegen. Nicht dringende Eingriffe wurden abgesagt, Patienten, die nicht zwingend stationär versorgt werden müssen, entlassen. Auch in Jordanien, unter anderem in der Hauptstadt Amman, wurden Sirenen gemeldet.

Die Sorge vor einer weiteren Eskalation ist groß. Der Iran verfügt über verbündete Milizen in mehreren Ländern der Region, Israel steht unter dauerhafter Bedrohung durch Raketen- und Drohnenangriffe, und die direkte Beteiligung der USA erhöht das Risiko einer Ausweitung des Konflikts erheblich. Neben den militärischen Gefahren drohen auch wirtschaftliche Folgen, etwa steigende Energiepreise und Turbulenzen auf den internationalen Märkten.

Was als israelischer Präventivschlag begann, hat sich binnen Stunden zu einem offenen Schlagabtausch zwischen Israel und dem Iran entwickelt. Wie weit sich dieser Konflikt noch ausdehnt und ob es diplomatische Bemühungen geben wird, die Lage wieder zu beruhigen, ist derzeit völlig offen. Lemgo Radio beobachtet die Entwicklungen weiter und hält Sie auf dem Laufenden.

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