Deutschland plant eine verstärkte Zusammenarbeit mit Australien bei strategisch wichtigen Rohstoffen wie Lithium. Ziel ist es, Lieferketten zu sichern und Abhängigkeiten von einzelnen Staaten zu reduzieren, berichten Medien.
Außenminister Johann Wadephul betonte nach einem Treffen mit seiner australischen Amtskollegin Penny Wong in Canberra die zentrale Rolle Australiens für die deutsche Industrie. „Viele kritische Rohstoffe wie Lithium werden hier gewonnen. Wir wollen unsere Kooperation im Rohstoffbereich deutlich ausbauen“, erklärte Wadephul.
Greenbushes-Mine: Lithium-Lieferant für die Welt
Die Greenbushes-Mine südlich von Perth gilt als größte Hartgestein-Lithiummine der Welt und liefert rund 20 % der globalen Lithiumförderung. Lithium ist unverzichtbar für Batterien in Elektroautos, Smartphones und Energiespeichersystemen und wird in Deutschland für die Energiewende und Hightech-Industrien dringend benötigt.
Australien verfügt zudem über große Vorkommen seltener Erden wie Neodym und Terbium, die für leistungsstarke Magnete in Industrie und Technik benötigt werden.
Investitionen und Freihandel im Blick
Wadephul betonte, dass der Zugang zu Rohstoffen erhebliche Investitionen erfordert. Parallel soll die Zusammenarbeit durch einen neuen Versuch für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien flankiert werden. „Wir streben eine Einigung möglichst noch in diesem Jahr an“, so der Außenminister. Auch Penny Wong hob die strategische Bedeutung enger Handelsbeziehungen hervor, gerade in einer Phase globaler Umbrüche.
Westliche Strategien gegen Chinas Dominanz
Die Initiative passt in einen größeren geopolitischen Kontext: Die USA verfolgen ähnliche Strategien, um die Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen zu verringern. US-Vizepräsident JD Vance stellte zuletzt staatlich garantierte Mindestpreise für strategische Materialien vor, um High-Tech-Fertigung unabhängiger zu machen. Deutschland ist Teil dieses internationalen Dialogs beim „Critical Minerals Ministerial“.

