Ein renommierter Ökonom wirft den Mineralölkonzernen nun massive Übertreibung vor und spricht von „Abzocke“. Während der Iran-Krieg die globale Energieversorgung belastet, fällt der Anstieg des Rohölpreises weitaus moderater aus als die Spritpreise an den Tankstellen. Besonders beim Diesel klafft die Lücke: Berechnungen zeigen, dass der Preisanstieg mehr als dreimal so stark ist wie durch den Ölpreis erklärbar. Für Experten ein klares Signal für strukturelle Probleme im Markt Kritiker werfen den Raffinerien und Großhändlern mangelnden Wettbewerb und überhöhte Margen vor. Für Verbraucher spürbar: Innerhalb weniger Tage stieg der Liter Diesel auf über zwei Euro – ein Rekordwert, der zuletzt nur in Krisenzeiten erreicht wurde. „Nicht jeder Preissprung ist durch den Konflikt im Nahen Osten zu erklären“, warnen Fachleute. Vielmehr geraten zunehmend die Marktakteure selbst unter Beobachtung. Solange die geopolitische Lage unsicher bleibt und der Wettbewerb unzureichend kontrolliert wird, ist keine Entlastung an den Tankstellen in Sicht.

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Dieselpreise, Energiekrise, Marktmanipulation, Verbraucherbelastung
MATTHIAS MASNATA
Die Zapfsäulen in Deutschland und weltweit sorgen derzeit für Sorgenfalten bei Autofahrern: Die Preise für Diesel und Benzin schnellen in schwindelerregende Höhen – deutlich stärker, als es die Entwicklung am Ölmarkt rechtfertigen würde.
