Kerzenlicht statt Schlagzeilen, leise Gebete statt lauter Waffen: In der Erlöserkirche kommen heute Abend Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, um ein deutliches Zeichen zu setzen. Um 18 Uhr beginnt ein ökumenisches Friedensgebet, das bewusst in deutscher, russischer und ukrainischer Sprache gestaltet wird – ein starkes Symbol in bewegten Zeiten. Der Anlass ist ernst: Der Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine erinnert an vier Jahre Krieg, Zerstörung und menschliches Leid. Doch der Abend soll mehr sein als ein Gedenken. Die lippische Landeskirche lädt Gläubige und Interessierte ein, gemeinsam innezuhalten – für Frieden, für Versöhnung, für ein Ende der Gewalt in Europa. Dabei geht es nicht nur um stille Andacht. Die dreisprachige Gestaltung macht deutlich, worum es den Organisatoren wirklich geht: Brücken bauen, wo Gräben entstanden sind. Stimmen, die sich andernorts feindlich gegenüberstehen, erklingen hier Seite an Seite. Das gemeinsame Gebet wird so zu einem Akt der Verständigung – und zu einem Appell an Mitgefühl und Verantwortung. Im Anschluss an die Andacht soll Raum für Begegnung bleiben. Gespräche, gemeinsames Singen und persönliche Geschichten geben dem Abend eine menschliche Tiefe, die weit über das liturgische Ritual hinausgeht. Die Hoffnung der Veranstalter: Dass die Botschaft von Frieden und Solidarität nicht an den Kirchentüren endet, sondern hinausgetragen wird – in die Stadt, in die Region und in die Herzen der Menschen.

Lokales10 Min. Lesezeit
Ein Abend der Hoffnung: Detmold versammelt sich zum gemeinsamen Friedensgebet
MATTHIAS MASNATA
Kerzenlicht statt Schlagzeilen, leise Gebete statt lauter Waffen: In der Erlöserkirche kommen heute Abend Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, um ein deutliches Zeichen zu setzen.
