Im anhaltenden Energiekonflikt zwischen Russland und der Europäischen Union verschärft sich der Ton. Russlands Präsident Wladimir Putin hat angekündigt, die Gaslieferungen nach Europa möglicherweise kurzfristig komplett einzustellen. Die Aussage sorgt in europäischen Hauptstädten und an den Energiemärkten für neue Unruhe. Aus Moskau heißt es, Russland prüfe verstärkt, seine Energieexporte künftig stärker in andere Regionen der Welt umzuleiten. Nach Putins Darstellung könnte es wirtschaftlich sinnvoll sein, Lieferungen nach Europa früher zu beenden, anstatt auf das geplante Auslaufen der Gasgeschäfte zu warten. Hintergrund ist die Strategie der Europäische Union, ihre Energieabhängigkeit von Russland schrittweise zu beenden. Die EU-Staaten haben beschlossen, bis spätestens 2027 vollständig auf russisches Gas zu verzichten. Der Beschluss gilt als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung der europäischen Energiepolitik. Auf den internationalen Energiemärkten wächst unterdessen die Nervosität. Fachleute warnen, dass ein sofortiger Lieferstopp nicht nur politische Spannungen verschärfen, sondern auch erhebliche Folgen für Preise und Versorgungssicherheit in Europa haben könnte. Die kommenden Monate dürften daher entscheidend dafür sein, wie stabil die Energieversorgung auf dem Kontinent bleibt.

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Energiekonflikt eskaliert, Putin stellt sofortigen Gaslieferstopp für Europa in Aussicht
MATTHIAS MASNATA
Im anhaltenden Energiekonflikt zwischen Russland und der Europäischen Union verschärft sich der Ton. Russlands Präsident Wladimir Putin hat angekündigt, die Gaslieferungen nach Europa möglicherweise kurzfristig komplett einzustellen.
