24 Stunden im Einsatz für Lippe: Neues Schichtmodell bringt mehr Flexibilität in den Rettungsdienst – Lemgo Radio Nachrichten
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24 Stunden im Einsatz für Lippe: Neues Schichtmodell bringt mehr Flexibilität in den Rettungsdienst

Florian Jäger

Der Kreis Lippe geht neue Wege in der Arbeitszeitgestaltung im Rettungsdienst: Ab dem 1. Februar wird zusätzlich zum bestehenden System ein 24-Stunden-Schicht-Modell eingeführt.

Der Kreis Lippe geht neue Wege in der Arbeitszeitgestaltung im Rettungsdienst: Ab dem 1. Februar wird zusätzlich zum bestehenden System ein 24-Stunden-Schicht-Modell eingeführt. Damit erfüllt der Kreis einen lang geäußerten Wunsch vieler Beschäftigter und steigert zugleich seine Attraktivität als moderner Arbeitgeber im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.

Möglich wird das neue Modell durch eine Anpassung des Tarifvertrags, die zum 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Unter klar geregelten Voraussetzungen sind 24-Stunden-Dienste nun zulässig und rechtssicher umsetzbar.

„Ein 24-Stunden-Dienst erstreckt sich in der Regel über einen vollen Kalendertag meist von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr am Folgetag und besteht aus Einsatzzeiten sowie Phasen der Arbeitsbereitschaft“, erläutert Achim Reineke, Fachgebietsleiter Rettungsdienst beim Kreis Lippe. Auf eine solche Schicht folgen üblicherweise mindestens 48 Stunden Freizeit, ergänzt durch zusätzliche freie Tage im Schichtturnus.

Für die Mitarbeitenden bringt das neue Modell spürbare Vorteile: Längere zusammenhängende Ruhephasen fördern die Regeneration, erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und reduzieren gleichzeitig Pendelzeiten sowie Fahrtkosten. Zudem lässt sich die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit mit vergleichsweise wenigen Schichten erfüllen.

Nicht an allen Standorten wird das neue Modell eingeführt. Auf den Rettungswachen in Lemgo und Bad Salzuflen bleibt es bei den bewährten 12-Stunden-Schichten. Das dort besonders hohe Einsatzaufkommen würde längere Dienste zu einer erheblichen körperlichen und mentalen Belastung machen. Der Schutz der Mitarbeitenden und die Patientensicherheit haben hier weiterhin oberste Priorität.

Eine interne Umfrage unter den Beschäftigten zeigt deutliches Interesse: Rund 65 Prozent der Mitarbeitenden im Rettungsdienst des Kreises Lippe können sich vorstellen, im 24-Stunden-Modell zu arbeiten. „Die Teilnahme ist ausdrücklich freiwillig“, betont Sascha Medina, kommissarischer Leiter Bevölkerungsschutz. Nach einer sechsmonatigen Erprobungsphase können die Teilnehmenden entscheiden, ob sie dauerhaft im neuen Modell bleiben oder zum bisherigen Schichtsystem zurückkehren möchten.

Mit der Einführung der 24-Stunden-Schicht unterstreicht der Kreis Lippe seinen Anspruch auf eine moderne, flexible und zugleich verantwortungsvolle Arbeitszeitgestaltung. Gleichzeitig wird die Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes gestärkt und eine verlässliche Notfallversorgung für die Bürgerinnen und Bürger bleibt jederzeit gewährleistet.

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