Falsche Fünfziger im Umlauf: Warum Betrüger jetzt auf „Film-Geld“ setzen – Lemgo Radio Nachrichten
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Falsche Fünfziger im Umlauf: Warum Betrüger jetzt auf „Film-Geld“ setzen

Florian Jäger

Ein flüchtiger Blick an der Kasse und schon ist es passiert. Immer wieder geraten Verbraucher auf gefälschte Geldscheine herein.

Ein flüchtiger Blick an der Kasse und schon ist es passiert. Immer wieder geraten Verbraucher auf gefälschte Geldscheine herein. Doch 2025 gibt es zumindest eine gute Nachricht: In Deutschland ist weniger Falschgeld im Umlauf als im Vorjahr, berichten Medien.

Nach Angaben der Deutsche Bundesbank wurden bundesweit rund 68.000 gefälschte Euro- Banknoten registriert ein Rückgang von sechs Prozent. Auch bei Münzen sank die Zahl um neun Prozent auf etwa 128.000 Stück. Der finanzielle Schaden verringerte sich auf rund vier Millionen Euro, nachdem er zuvor noch bei viereinhalb Millionen gelegen hatte.

Der 50-Euro-Schein bleibt Spitzenreiter

Besonders häufig trifft es den 50-Euro-Schein. „Der Fünfziger ist die beliebteste Stückelung bei Fälschern“, erklärt die Bundesbank. Auffällig: Die Qualität vieler Blüten nimmt ab. Oft handelt es sich um sogenanntes „Film-Geld“ eigentlich gedacht als Requisite für Film und Theater. Doch diese Scheine tragen zwar teils entsprechende Aufdrucke, sehen echten Banknoten aber täuschend ähnlich. Sicherheitsmerkmale wie Hologramme oder Wasserzeichen fehlen oder sind nur grob nachgeahmt.

Genau darauf setzen Täter: auf Hektik. Vor allem im Einzelhandel, in Restaurants, auf Volksfesten oder Weihnachtsmärkten bringen Kriminelle die falschen Scheine in Umlauf dann, wenn es schnell gehen muss und kaum jemand genau hinschaut.

Flughafen Frankfurt als Drehscheibe

Ein Teil des Falschgelds stammt nach Erkenntnissen der Ermittler aus dem Ausland, häufig aus China. Über Luftfracht gelangt es ins Land unter anderem über den Frankfurter Flughafen. Der Zoll stellte dort bereits ganze Koffer mit gefälschten Banknoten sicher.

In Hessen registrierten die Behörden zuletzt rund 600 Fälle pro Jahr. Viele davon konnten mithilfe von Zeugenhinweisen und Videoaufzeichnungen aufgeklärt werden.

Vorsicht statt Weitergabe

Wer Falschgeld annimmt, darf es keinesfalls weitergeben sonst droht eine Strafbarkeit mit Freiheitsstrafe. Stattdessen sollten die Scheine bei Polizei oder Bundesbank abgegeben werden. Der finanzielle Verlust bleibt jedoch beim Geschädigten.

Deshalb rät die Bundesbank: genau prüfen, vergleichen, fühlen. Ein kurzer Kontrollblick auf Wasserzeichen, Sicherheitsfaden und Hologramm kann vor großem Ärger schützen.

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