Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Lemgo hat eine Anfrage zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen in die politische Beratung eingebracht. Ziel ist es, im Jugendhilfeausschuss der Stadt Lemgo einen umfassenden Überblick über bestehende Angebote und Strategien im Umgang mit digitalen Medien zu erhalten, berichtet Mein Lemgo News.
Hintergrund ist die bundesweite Diskussion über mögliche Einschränkungen sozialer Medien für junge Menschen. Die Liberalen setzen dabei auf einen ausgewogenen Ansatz: Neben dem Schutz von Kindern und Jugendlichen soll vor allem die Stärkung von Medienkompetenz, Eigenverantwortung und elterlicher Erziehungskompetenz im Mittelpunkt stehen.
Der jugendpolitische Sprecher der Fraktion, Hans Joachim Hensen, betont, dass soziale Medien längst zum Alltag vieler junger Menschen gehören. Plattformen dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Information, der sozialen Vernetzung und der Meinungsbildung. Bei möglichen Einschränkungen müsse daher auch die Bedeutung der Meinungsfreiheit berücksichtigt werden.
Mit der Anfrage bittet die FDP-Fraktion die Stadtverwaltung um eine detaillierte Darstellung bestehender Maßnahmen und Konzepte. Besonders im Fokus stehen dabei Programme zur Medienbildung an Schulen, etwa zu Themen wie Cybermobbing, Desinformation, Datenschutz oder problematische Mediennutzung.
Darüber hinaus interessiert sich die Fraktion für Angebote der offenen Jugendarbeit sowie für Kooperationen mit freien Trägern im Bereich der Medienpädagogik. Auch Unterstützungs- und Beratungsangebote für Eltern sollen beleuchtet werden, da diese eine wichtige Rolle bei der Medienerziehung ihrer Kinder spielen.
Ein weiterer Punkt der Anfrage betrifft mögliche Kooperationen und Netzwerke, mit denen die Stadt im Bereich der Medienkompetenzförderung zusammenarbeitet. Gleichzeitig will die FDP erfahren, welche Herausforderungen aus Sicht des Jugendhilfeausschusses im Spannungsfeld zwischen Schutz und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bestehen.
Zudem stellt sich die Frage, ob es in Lemgo bereits eine übergeordnete Strategie gibt, um Medienkompetenz langfristig zu stärken etwa durch Bildung, Aufklärung und Prävention statt durch pauschale Verbote.
Für Hans Joachim Hensen ist dabei eine sachliche und verhältnismäßige Betrachtung entscheidend. Ziel müsse es sein, junge Menschen im sicheren Umgang mit digitalen Medien zu stärken und gleichzeitig die Eltern bei der Medienerziehung zu unterstützen.
Mit ihrer Initiative möchte die FDP-Fraktion mehr Transparenz über bestehende Aktivitäten schaffen und prüfen, ob zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. Grundlage dafür soll eine faktenbasierte politische Diskussion sein, die sowohl den Schutz von Kindern als auch deren Selbstbestimmung berücksichtigt.

