Hohe Spritpreise belasten Autofahrer seit Jahren doch auch Alternativen stoßen nicht automatisch auf Zustimmung. Schon bei der Einführung von E10-Kraftstoff im Jahr 2011 gab es erhebliche Vorbehalte. Viele befürchteten Schäden an Motoren oder Kraftstoffsystemen.
Nun nimmt die Debatte erneut Fahrt auf: Die EU-Kommission prüft laut dem Automobilclub von Deutschland, ob alternative Kraftstoffe stärker verbreitet werden sollen darunter auch E20-Kraftstoff.
Aus technischer Sicht gibt es dabei Entwarnung zumindest für viele moderne Fahrzeuge. Autos, die bereits für E10 freigegeben sind und über entsprechende Kraftstoffsysteme verfügen, könnten in der Regel auch E20 problemlos nutzen. Voraussetzung bleibt jedoch die Freigabe durch den Hersteller.
Verbraucher können sich etwa bei der Deutsche Automobil Treuhand informieren, welche Modelle E10 vertragen ein wichtiger Hinweis auch im Hinblick auf mögliche zukünftige Kraftstoffe. Zudem gibt ein Blick in die Betriebsanleitung des Fahrzeugs Aufschluss über freigegebene Benzinsorten.
Anders sieht es bei älteren Fahrzeugen aus: Modelle mit nicht ethanolbeständigen Materialien, etwa bei Tanks oder Leitungen, könnten langfristig Schäden durch Korrosion erleiden. Hier empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Hersteller.
Ein weiterer Aspekt ist der Verbrauch. Da Ethanol einen geringeren Energiegehalt hat als herkömmliches Benzin, steigt der Kraftstoffverbrauch leicht an. Während E10-Kraftstoff etwa drei Prozent mehr Verbrauch verursacht, könnte dieser bei E20-Kraftstoff auf rund sechs Prozent steigen.
Das beigemischte Ethanol stammt in der Regel aus landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Zucker, Stärke oder Pflanzenölen. Durch die Nutzung solcher Biokraftstoffe kann ein Teil fossiler Energieträger ersetzt werden ein Ansatz, der im Zuge der Energiewende weiter an Bedeutung gewinnt.
Ob sich E20 flächendeckend durchsetzt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Diskussion um alternative Kraftstoffe ist zurück und sie betrifft Millionen Autofahrer direkt.

