Kreis Lippe rüstet sich gegen Klima-Extreme: 200.000 Euro EU-Förderung für Hochwasser- und Wasserschutz – Lemgo Radio Nachrichten
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Kreis Lippe rüstet sich gegen Klima-Extreme: 200.000 Euro EU-Förderung für Hochwasser- und Wasserschutz

Florian Jäger

Starkregen, Hochwasser, Dürre die Folgen des Klimawandels werden auch in der Region immer spürbarer.

Starkregen, Hochwasser, Dürre die Folgen des Klimawandels werden auch in der Region immer spürbarer. Nun stellt sich der Kreis Lippe systematisch auf: Als eine von 62 europäischen Modellregionen beteiligt sich Lippe am EU-Förderprojekt Pathways2Resilience (P2R). Ziel ist es, konkrete Strategien zur Anpassung an Wetterextreme zu entwickeln maßgeschneidert für die Region.

Das Projekt ist Teil der Europäische Kommission initiierten EU-Mission zur Klimaanpassung. „Pathways2Resilience stärkt die regionale Klimaresilienz durch gezielte Unterstützung und den Austausch von Erfahrungen“, erklärt Elina Bardram, Leiterin der Abteilung Anpassung bei der Kommission.

Fokus auf Hochwasser und Trinkwasser

Während europaweit vor allem Küstenüberschwemmungen, Hitzestress und Dürren im Mittelpunkt stehen, setzt Lippe eigene Schwerpunkte: Hochwasser, Starkregen und eine langfristig gesicherte Trinkwasserversorgung.

Das Vorhaben knüpft an die bereits 2023 verabschiedete Roadmap „Der klimarobuste Kreis Lippe“ an. Zunächst wertet die Kreisverwaltung umfangreiche Daten aus etwa zu Starkregenereignissen, Grundwasserneubildung und Wasserverbrauch. Auch bisherige Erfahrungen im Umgang mit Extremwetterlagen werden systematisch analysiert.

Gemeinsam mit Kommunen, Versorgungsunternehmen, Landwirtschaft und weiteren Akteuren sollen darauf aufbauend konkrete Schutzmaßnahmen entwickelt und modellhaft durchgerechnet werden – sowohl für die Prävention als auch für den Ernstfall. Herzstück wird eine umfassende Strategie für eine klimaresiliente Wasserversorgung im gesamten Kreisgebiet sein.

Austausch in ganz Europa

Ein entscheidender Vorteil: Die in Lippe erarbeiteten Lösungen werden nicht nur regional genutzt, sondern auch mit allen teilnehmenden Regionen geteilt. Insgesamt engagieren sich inzwischen rund 100 Regionen in Europa in dem Projekt mit Auswirkungen auf über 100 Millionen Menschen.

„Hier geht es darum, Menschen, Wirtschaft und Ökosysteme zu schützen ambitioniert, aber realistisch“, betont Umweltbereichsleiter Olrik Meyer.

200.000 Euro Förderung 18 Monate Laufzeit

Für die Umsetzung erhält der Kreis Lippe rund 200.000 Euro Fördermittel. Zusätzlich profitieren die Beteiligten von speziell entwickelten Analyse-Tools, fachlicher Beratung, Mentoring und einem europaweiten Erfahrungsaustausch. Die Projektlaufzeit beträgt 18 Monate.

Fazit: Mit wissenschaftlicher Analyse, regionaler Zusammenarbeit und europäischem Know-how will Lippe seine Widerstandsfähigkeit gegen Klimaextreme entscheidend stärken.

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