Nordrhein-Westfalen ist ein Stück sicherer geworden zumindest statistisch. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2025 hervor, die Innenminister Herbert Reul am 2. März 2026 vorgestellt hat. Die Gesamtzahl der Straftaten sank auf rund 1,36 Millionen Fälle ein Minus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
„In Nordrhein-Westfalen lebt es sich wieder ein Stück sicherer“, erklärte Reul. Sicherheit entstehe nicht „auf dem Reißbrett“, sondern durch konsequente Polizeiarbeit auf der Straße und bei der Kriminalpolizei.
Weniger Gewalt hohe Aufklärungsquote
Die Zahl der Gewaltdelikte ging 2025 um 1,8 Prozent auf etwa 159.000 Fälle zurück. Besonders auffällig: 84 Prozent dieser Taten konnten aufgeklärt werden. Auch die Straßenkriminalität sank um vier Prozent. Raubdelikte gingen deutlich zurück und liegen klar unter dem Niveau von 2016.
Bei Mord und Totschlag registrierte die Polizei 508 Fälle 29 mehr als im Vorjahr. 93 Prozent davon wurden aufgeklärt. 130 Menschen kamen durch diese Taten ums Leben. Reul betonte: „Jede Tat ist eine zu viel.“
Messerkriminalität bleibt Problem
In fast 7.200 Fällen wurde 2025 ein Messer als Tatmittel eingesetzt ein leichter Rückgang von 1,5 Prozent. Dennoch starben 49 Menschen durch Messerangriffe, rund 9.000 wurden verletzt. Der Minister warnte eindringlich: „Ein Messer ist kein Statussymbol, sondern eine Waffe.“
Diebstahl und Einbruch rückläufig
Mit rund 500.000 Fällen machen Diebstähle weiterhin etwa 37 Prozent aller Straftaten aus. Doch es gibt positive Entwicklungen:
Ladendiebstahl sank um acht Prozent.
Wohnungseinbrüche gingen um drei Prozent auf rund 27.500 Fälle zurück 2016 waren es noch über 52.000.
Taschendiebstähle nahmen sogar um elf Prozent ab.
Reul führt dies unter anderem auf bessere Sicherungstechnik, mehr Homeoffice und gesteigerte Aufmerksamkeit zurück.
Sexualdelikte deutlich gestiegen
Besorgniserregend ist der Anstieg bei Sexualstraftaten: plus 5,2 Prozent. Seit 2019 haben sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt. Die Zahl der Vergewaltigungen stieg um 8,5 Prozent auf 3.784 Opfer. Rund ein Drittel der Taten ereignete sich innerhalb von Partnerschaften.
Auch häusliche Gewalt nahm leicht zu. 59 Menschen starben durch Gewalt eines Partners oder Familienmitglieds.
Beim sexuellen Missbrauch von Kindern wurden über 4.500 Fälle registriert (+2,7 Prozent), bei Kinderpornografie stiegen die Zahlen um neun Prozent auf mehr als 9.800 Fälle. Auffällig: Ein erheblicher Anteil der Tatverdächtigen sind Minderjährige.
Drogen, Cybercrime und Tatverdächtige
Die Rauschgiftkriminalität sank insgesamt um 28 Prozent vor allem im Bereich Cannabis nach der gesetzlichen Neuregelung 2024. Gleichzeitig stiegen die Fälle rund um Kokain und Crack um 17 Prozent.
Cybercrime ging um sechs Prozent zurück, die Schadenssumme liegt dennoch bei rund 100 Millionen Euro. Straftaten mit dem Tatmittel Internet etwa Betrug verharren bei rund 100.000 Fällen.
Insgesamt ermittelte die Polizei etwa 479.000 Tatverdächtige (-3 Prozent). Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger sank leicht, liegt jedoch weiterhin über ihrem Bevölkerungsanteil.
Jugendkriminalität leicht rückläufig
Die Zahl tatverdächtiger Jugendlicher ging um fast acht Prozent zurück. Auch bei Kindern zeigt sich insgesamt eine leichte Entspannung wenngleich schwere Einzelfälle weiter für Sorge sorgen.
Fazit: Nordrhein-Westfalen verzeichnet 2025 weniger Straftaten und hohe Aufklärungsquoten. Doch insbesondere bei Sexualdelikten, Messerangriffen und bestimmten Drogendelikten bleibt die Lage angespannt.

