Der Flugverkehr in Deutschland ist nach wie vor stark auf kurze Distanzen ausgerichtet. Fast die Hälfte aller Passagierflüge entfällt auf Kurzstrecken unter 1.000 Kilometern. Auch innerdeutsche Verbindungen spielen dabei eine wichtige Rolle obwohl ihre Bedeutung seit Jahren zurückgeht.
Im vergangenen Jahr starteten oder landeten rund 120.000 Flüge innerhalb Deutschlands. Das entspricht etwas mehr als acht Prozent aller Passagierverbindungen, wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigen. Zum Vergleich: 2019 lag die Zahl noch bei rund 241.000 Flügen also etwa doppelt so hoch.
Besonders stark frequentiert waren Verbindungen zwischen den großen Drehkreuzen. Am häufigsten wurde die Strecke zwischen Frankfurt und Berlin Brandenburg bedient, gefolgt von Frankfurt–München und Frankfurt–Hamburg. Damit konzentriert sich der innerdeutsche Luftverkehr vor allem auf wenige Hauptachsen.
Noch deutlicher zeigt sich die Dominanz der Kurzstrecke im Gesamtbild: Rund 45 Prozent aller Flüge in Deutschland entfallen auf Distanzen bis 1.000 Kilometer. Der Großteil dieser Verbindungen führt ins nahe europäische Ausland. Spitzenreiter ist die Strecke Frankfurt London Heathrow mit etwa 11.000 Flügen im Jahr.
Gleichzeitig ist die Zahl der Kurzstreckenflüge zuletzt leicht zurückgegangen. Im ersten Quartal 2026 lag das Minus bei rund drei Prozent. Gründe dafür sind unter anderem Streiks im Luftverkehr sowie eine insgesamt rückläufige Nachfrage. Auch die Gesamtzahl der Flüge sank leicht.
Zusätzlich belasten steigende Kerosinpreise den Luftverkehr. Hintergrund sind internationale Spannungen und mögliche Engpässe bei fossilen Brennstoffen. Fachleute halten daher weitere Rückgänge im Kurzstreckensegment für möglich.
In der politischen Debatte stehen insbesondere innerdeutsche Flüge zunehmend in der Kritik. Klimaschutzargumente und die Frage nach Alternativen auf der Schiene gewinnen dabei weiter an Bedeutung.

