Liebe aus dem Algorithmus? Mehrheit der Deutschen sieht KI als Risiko für Beziehungen – Lemgo Radio Nachrichten
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Liebe aus dem Algorithmus? Mehrheit der Deutschen sieht KI als Risiko für Beziehungen

Florian Jäger

Künstliche Intelligenz dringt immer tiefer ins Privatleben vor und verändert laut einer neuen Umfrage zunehmend Freundschaften und Partnerschaften.

Die rasante Entwicklung von Künstliche Intelligenz könnte das soziale Miteinander grundlegend verändern. Laut einer aktuellen Umfrage von Bitkom geht mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland davon aus, dass KI in den kommenden zehn Jahren Beziehungen und Freundschaften stark beeinflussen wird.

Gleichzeitig überwiegt die Skepsis: Rund 65 Prozent der Befragten sehen in der Entwicklung eher Risiken als Chancen. Nur etwa jeder Fünfte bewertet den Einfluss von KI auf zwischenmenschliche Beziehungen positiv.

Besonders auffällig ist, wie stark KI bereits im Alltag verankert ist. Programme wie ChatGPT werden längst nicht mehr nur für Arbeit oder Organisation genutzt, sondern auch bei persönlichen Problemen, Konflikten oder emotionalen Fragen. Für manche Menschen übernimmt die Technologie sogar die Rolle eines engen Vertrauten.

Vor allem jüngere Nutzer bauen häufiger eine emotionale Bindung zu digitalen Systemen auf. Etwa ein Viertel der Befragten empfindet Chatbots gelegentlich wie eine Bezugsperson bei unter 30-Jährigen ist dieser Anteil noch höher.

Dennoch bleiben klare Grenzen bestehen: Nur eine Minderheit kann sich vorstellen, echte Gefühle für eine KI zu entwickeln. Männer zeigen sich dabei etwas offener als Frauen, wenn es um romantische oder sogar partnerschaftliche Beziehungen mit künstlichen Systemen geht.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass KI längst nicht mehr nur ein technisches Werkzeug ist, sondern zunehmend auch emotionale und soziale Rollen übernimmt mit noch ungewissen Folgen für das menschliche Zusammenleben.

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