Merz plant Rentenreform 2026: Betriebs- und Privatvorsorge sollen gestärkt werden – Lemgo Radio Nachrichten
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Merz plant Rentenreform 2026: Betriebs- und Privatvorsorge sollen gestärkt werden

Florian Jäger

Bundeskanzler Friedrich Merz will das deutsche Rentensystem noch in diesem Jahr grundlegend neu ausrichten. Ziel ist es, die gesetzliche Rente als Basisabsicherung zu erhalten und Betriebsrenten sowie private Altersvorsorge deutlich zu stärken.

Bundeskanzler Friedrich Merz will das deutsche Rentensystem noch in diesem Jahr grundlegend neu ausrichten. Ziel ist es, die gesetzliche Rente als Basisabsicherung zu erhalten und Betriebsrenten sowie private Altersvorsorge deutlich zu stärken.

Hintergrund: Drei Säulen der Altersvorsorge

Deutschland hat aktuell rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner, während die Zahl der Erwerbstätigen abnimmt. Um die Finanzierbarkeit des Rentensystems zu sichern, sollen gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge neu gewichtet werden. Eine Rentenkommission von Union und SPD soll bis zum Sommer Vorschläge vorlegen, danach startet das Gesetzgebungsverfahren.

Betriebsrenten: Attraktiver für Arbeitnehmer

Betriebsrenten sind bereits heute eine Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Rund 52 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben eine solche Altersvorsorge, in kleinen Betrieben oder bei Geringverdienern ist sie jedoch wenig verbreitet. Die Bundesregierung plant, Betriebsrenten durch höhere staatliche Förderung besonders für Niedrigverdiener attraktiver zu machen.

Private Altersvorsorge: Mehr Ertrag durch Aktienanlagen

Die private Vorsorge, etwa über die Riester-Rente, soll reformiert werden. Geplant ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot, in das Sparer auch in Aktien investieren können. Das erhöht die Renditechancen, birgt aber auch Risiken. Wer Sicherheit möchte, soll weiterhin Produkte mit garantierten Rückzahlungen wählen können.

Kritik an der Reform

Die Opposition und Gewerkschaften üben heftige Kritik:

Die Linke wirft Merz vor, die Renten zu privatisieren und Finanzlobbyisten zu begünstigen.

Die Grünen warnen vor sinkendem Rentenniveau und steigender Altersarmut.

Die IG Metall kritisiert, dass die Reform Solidarität schwächt und Arbeitgeber entlastet.

Trotz der Kritik betont Kanzleramtschef Thorsten Frei, dass die Rente bei den anstehenden Sozialreformen Priorität hat. „Bis zum Ende des Jahres werden wir die ersten großen Reformen umsetzen, und die Rente steht dabei ganz oben“, erklärte Frei.

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