In Oslo beginnt am Dienstag einer der aufsehenerregendsten Strafprozesse der vergangenen Jahre in Norwegen. Vor dem Amtsgericht der Hauptstadt muss sich Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, verantworten. Auch wenn er kein offizielles Mitglied des Königshauses ist, sorgt seine Nähe zur Monarchie für große öffentliche Aufmerksamkeit.
Bereits Stunden vor Prozessbeginn ist die Sicherheitslage rund um das Gerichtsgebäude verschärft. Rund 200 Journalistinnen und Journalisten aus dem In- und Ausland berichten über das Verfahren, zudem sind 50 Zuschauer zugelassen. Der Andrang vor dem Gericht ist entsprechend groß. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wiegen schwer: Høiby wird unter anderem mehrfacher Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung, häuslicher Gewalt, Bedrohungen, teilweise mit einem Messer, sowie Drogenvergehen beschuldigt. Die Ermittlungen dauerten mehrere Monate und gelten als besonders komplex. Zusätzliche Brisanz erhält der Prozess durch eine erneute Festnahme kurz vor Beginn der Hauptverhandlung. Die Staatsanwaltschaft begründete diesen Schritt mit neuen Vorwürfen und der Sorge vor weiteren Straftaten. Die Öffentlichkeit blickt nun gespannt auf den weiteren Verlauf des Verfahrens in Oslo.

