Milliarden verpufft: Corona-Masken in Massen verbrannt – politischer Streit flammt neu auf – Lemgo Radio Nachrichten
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Milliarden verpufft: Corona-Masken in Massen verbrannt – politischer Streit flammt neu auf

MATTHIAS MASNATA

Jahre nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie sorgt ein brisantes Detail aus der Krisenzeit erneut für Empörung: Milliarden Schutzmasken, die unter der Verantwortung des damaligen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) beschafft wurden, sind nie zum Einsatz gekommen. Stattdessen wurden sie ungeöffnet und ungenutzt verbrannt – ein Vorgang, der nun massive Kritik an der staatlichen Beschaffungspolitik auslöst. Nach Angaben aus Regierungskreisen und Recherchen von Medien wurden bislang rund drei Milliarden Masken entsorgt. Allein die Vernichtung verursachte Kosten von etwa acht Millionen Euro. Insgesamt hatte der Bund zu Beginn der Pandemie 5,8 Milliarden Atemschutzmasken bestellt und dafür rund 5,9 Milliarden Euro ausgegeben. Tatsächlich verteilt wurden jedoch nur gut 2,1 Milliarden Stück. Fehlende Bedarfsplanung, lange Lagerzeiten und abgelaufene Haltbarkeitsdaten machten einen Großteil der Vorräte unbrauchbar. Brisant ist auch der Blick auf die verbliebenen Bestände: Rund 360 Millionen Masken lagern weiterhin in Depots, gesichert im Zuge laufender Rechtsstreitigkeiten mit Lieferanten. Experten gehen jedoch davon aus, dass auch diese Masken kaum noch verwendet werden können und am Ende ebenfalls vernichtet werden müssen. Die politische Reaktion fällt scharf aus. Oppositionspolitiker sprechen von einem „Masken-Debakel historischen Ausmaßes“ und kritisieren nicht nur die Verschwendung von Steuergeldern, sondern auch strukturelle Defizite in der staatlichen Krisenbeschaffung. Die Verantwortung für die Überbestände wird parteiübergreifend diskutiert. Spahn selbst hatte wiederholt betont, Entscheidungen unter extremem Zeitdruck getroffen zu haben, um die Bevölkerung schnell zu schützen – ein Argument, das Kritiker angesichts der Dimension der Verluste nicht gelten lassen wollen. Das Thema bleibt ein politischer Zündstoff. Während die Bundesregierung versichert, Lehren aus den Fehlern gezogen zu haben, fordern Opposition und Kontrollgremien eine umfassende Aufarbeitung und mögliche Konsequenzen. Der Fall zeigt eindrücklich, wie lange die Schatten der Pandemie nachwirken – und wie teuer Fehlentscheidungen in Krisenzeiten werden können.

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