Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche bringt weitere Fälle ans Licht. Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie für das Erzbistum Paderborn haben sich innerhalb kurzer Zeit deutlich mehr Betroffene gemeldet als erwartet.
Wie Sprecher Reinhold Harnisch dem WDR sagte, hätten sich in den vergangenen zwei Wochen insgesamt 22 Personen an die unabhängige Betroffenenvertretung gewandt. Mit dieser hohen Zahl habe man nicht gerechnet.
Ein möglicher Auslöser für die neuen Meldungen sind aktuelle Medienberichte über die Studie der Universität Paderborn. Viele Betroffene hätten dadurch erstmals das Gefühl gehabt, dass ihre Erfahrungen sichtbar werden und konkrete Ansprechpartner existieren.
Die Menschen, die sich melden, kommen nicht nur aus dem Raum Paderborn, sondern auch aus den Erzbistümern Köln und Münster sowie aus Süddeutschland. Auffällig ist laut Harnisch zudem ein vergleichsweise hoher Anteil an Frauen unter den Betroffenen.
Allen, die sich melden, werden nun psychologische Unterstützungsangebote vermittelt. Für viele beginnt damit erst jetzt die eigentliche Aufarbeitung ihrer Erlebnisse.

