Nach dem tragischen Tod eines Zugbegleiters will die Deutsche Bahn ihre Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärfen. Evelyn Palla kündigte an, dass noch in diesem Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt in Zügen und an Bahnhöfen auf freiwilliger Basis mit Bodycams ausgestattet werden sollen. Ziel ist es, verbale und körperliche Übergriffe besser zu dokumentieren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, berichten Medien.
Neben der Ausweitung von Bodycams plant die Bahn die Einstellung von 200 zusätzlichen Sicherheitskräften, die Ausstattung mit verbesserter Schutzausrüstung und mehr Verhaltens- und Deeskalationskurse. Auch der Hilferuf-Knopf wird weiterentwickelt, damit Mitarbeitende in Gefahrensituationen unauffällig Hilfe rufen können. Im Regionalverkehr soll die verpflichtende Ausweiskontrolle ab März entfallen, um potenzielle Konfliktsituationen zu vermeiden.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, dass Kontrollen künftig verstärkt im Zweierteam erfolgen sollen. Hintergrund der Maßnahmen ist die hohe Zahl von Übergriffen: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 3.200 Vorfälle auf Bahnmitarbeitende registriert. Die Maßnahmen werden von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) unterstützt, die seit Jahren für Bodycams und Doppelbesetzungen eintritt.
Der Sicherheitsgipfel in Berlin verdeutlichte die Dringlichkeit: Die Bahn reagiert auf ein gestiegenes Bedrohungsgefühl unter den Mitarbeitenden und will mit technologischen, personellen und organisatorischen Maßnahmen ein sicheres Umfeld schaffen.

