Angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten fordert Omid Nouripour, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, eine aktivere Rolle Deutschlands. In einem Interview am frühen Morgen betonte Nouripour, dass Berlin nicht abseits stehen dürfe, sondern Verantwortung übernehmen müsse. „Ich würde mich sehr freuen, wenn Deutschland mit am Tisch sitzen würde, um Einfluss zu nehmen und die Situation zu stabilisieren“, erklärte er im Der Grünen-Politiker warnt vor den weitreichenden Folgen der Krise: Steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftliche Verflechtungen machten deutlich, dass Deutschland stärker in den Dialog eingebunden sein müsse. „Wenn es einen Flächenbrand gibt im Nahen Osten, dann hat das sehr viel mit uns zu tun“, so Nouripour weiter. Die Bundesregierung hält bislang an einer defensiven Linie fest. Außenminister Johann Wadephul stellte klar, dass Deutschland nicht militärisch in die Kampfhandlungen eingreifen werde. Stattdessen konzentriert sich Berlin auf Schutzmaßnahmen und die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus der Region. Die Debatte über Deutschlands Rolle in der Nahostkrise ist neu entfacht. Experten sehen hierin einen möglichen Wendepunkt der deutschen Außenpolitik – ein Balanceakt zwischen diplomatischem Einfluss und Vorsicht, der weit über die Hauptstadt hinaus Beachtung findet.

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Nouripour drängt auf deutsche Verantwortung im Nahen Osten – Berlin am Scheideweg
MATTHIAS MASNATA
Angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten fordert Omid Nouripour, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, eine aktivere Rolle Deutschlands.
