Mit einer neuen Initiative will Nordrhein-Westfalen seine Rolle als führender Standort im Para Sport weiter ausbauen. Ministerpräsident Hendrik Wüst stellte eine umfassende 10-Punkte-Offensive vor, die sowohl den Leistungssport als auch die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Behinderung stärken soll, berichten Medien.
Präsentiert wurde das Konzept beim Besuch des Bundesstützpunkts Para-Leichtathletik beim TSV Bayer 04 Leverkusen. Dort trainieren mehr als 300 Athletinnen und Athleten – darunter sowohl olympische als auch paralympische Sportlerinnen und Sportler unter modernen Bedingungen. Über 20 Para-Kaderathleten bereiten sich hier auf internationale Wettbewerbe vor.
Unterstützung erhält die Initiative auch von erfolgreichen Spitzensportlern. Der mehrfache Weltmeister und Weitspringer Markus Rehm betonte die Bedeutung geeigneter Trainingsbedingungen. Nordrhein-Westfalen biete mit kurzen Wegen, barrierearmen Anlagen und einer guten Infrastruktur ideale Voraussetzungen für den Trainingsalltag von Para-Athletinnen und -Athleten. Für ihn ist klar: Para Sport müsse als Leistungssport anerkannt werden und gleiche Rahmenbedingungen erhalten.
Ein wichtiger Bestandteil der Offensive ist zudem das Konzept für mögliche Olympische und Paralympische Spiele in der Region KölnRheinRuhr. Nach Ansicht von Rehm bietet die Region besonders gute Bedingungen für Athletinnen und Athleten mit Behinderung.
Zu den zentralen Punkten des Programms gehören unter anderem der Ausbau barrierefreier Sportstätten, bessere Vergütung für Trainerinnen und Trainer im Para Sport sowie die Weiterentwicklung des Paralympischen Zentrums Nordrhein-Westfalen. Auch die Förderung von Nachwuchstalenten durch Talentscouts und die Fortführung des Landesaktionsplans „Sport und Inklusion“ sind Teil der Strategie.
Langfristig verfolgt die Landesregierung das Ziel, möglichst vielen Menschen mit Behinderung Zugang zu Sportangeboten zu ermöglichen. Schon heute nutzen laut dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen (BRSNW) mehr als 200.000 Menschen in rund 1.300 Vereinen entsprechende Angebote.
Der Standort Leverkusen gilt dabei als Vorbild für modernes Training im Para Sport. Neben leistungsfähigen Sportanlagen sorgt auch die enge Zusammenarbeit mit Orthopädietechnikern dafür, dass Prothesen und Hilfsmittel direkt am Trainingsort angepasst werden können. Diese Kombination aus Spitzensport, Technik und Forschung ermöglicht optimale Bedingungen für Athletinnen und Athleten auf dem Weg zur Weltspitze.

