Die Pflegebranche in NRW kann aufatmen: Die Zahl der Auszubildenden in Pflege- und Gesundheitsberufen steigt weiter an und erreicht neue Höchststände. Das geht aus der aktuellen Landesberichterstattung hervor, die von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann vorgestellt wurde.
Besonders deutlich zeigt sich der Trend in der generalistischen Pflegeausbildung, die seit 2020 die bisherigen Berufsbilder zusammenführt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg von 14.457 im Jahr 2020 auf 16.937 im Jahr 2024. Für 2025 wird mit mehr als 17.000 neuen Verträgen gerechnet ein neuer Rekord. Auch die Zahl der erfolgreichen Abschlüsse wächst kontinuierlich.
Noch dynamischer entwickelt sich die Pflegefachassistenz: Innerhalb weniger Jahre hat sich die Zahl der Auszubildenden hier vervielfacht. Experten sehen darin einen wichtigen Baustein, um dem steigenden Bedarf im Pflegesystem zu begegnen.
Als Gründe für den positiven Trend nennt das Land unter anderem politische Maßnahmen wie die Abschaffung des Schulgeldes sowie Investitionen in die Ausbildungsinfrastruktur. Rund 350 Millionen Euro flossen in den Ausbau moderner Ausbildungsplätze.
Auch in anderen Gesundheitsfachberufen steigen die Zahlen deutlich. Seit Einführung der schrittweisen Schulgeldbefreiung sind die Schülerzahlen um mehr als die Hälfte gestiegen. Zudem profitieren viele Regionen von einer guten Erreichbarkeit der Bildungseinrichtungen, was den Zugang zur Ausbildung erleichtert.
Doch trotz dieser Entwicklung bleibt die Lage angespannt. Pflegeforscher Michael Isfort warnt vor den Folgen des demografischen Wandels: Bis 2040 wird die Zahl älterer Menschen in NRW massiv steigen ebenso wie die Zahl der Pflegebedürftigen und Demenzerkrankten. Zwar könnten jährlich mehr neue Fachkräfte ausgebildet werden als in Rente gehen, doch für einen umfassenden Ausbau der Pflegekapazitäten reicht das nicht aus.
Ein weiterer Fokus müsse daher auf der ambulanten und häuslichen Pflege liegen. Minister Laumann betont, dass Pflege künftig stärker im eigenen Zuhause organisiert werden müsse. Gleichzeitig spiele auch die Zuwanderung eine wichtige Rolle: Viele neue Auszubildende kommen aus dem Ausland und tragen dazu bei, die Versorgung langfristig zu sichern.
Die Zahlen machen Hoffnung doch sie zeigen auch: Der wachsende Bedarf wird die Pflegebranche noch lange fordern.

