In Deutschland ringt eine Kommission derzeit um Lösungen für eine sichere Altersversorgung trotz Sparzwängen und demografischem Wandel. Nach der Debatte um Aussagen von Friedrich Merz zur gesetzlichen Rente als „Basisabsicherung“ stellte Sozialministerin Bärbel Bas klar, dass ein Modell angestrebt werde, das den Lebensstandard im Alter sichert.
Im europäischen Vergleich schneiden deutsche Renten eher schwach ab. Durchschnittlich erhalten Männer etwa 1.400 Euro, Frauen rund 940 Euro monatlich. Andere Länder zeigen, dass es auch anders geht.
In Österreich etwa fallen die Pensionen deutlich höher aus: Männer erhalten im Schnitt rund 2.400 Euro, Frauen etwa 1.700 Euro. Ein wesentlicher Unterschied liegt im System: Alle Berufsgruppen zahlen verpflichtend in eine gemeinsame Kasse ein, zudem ist der Beitragssatz höher und der Staat beteiligt sich stärker.
Auch die Niederlande gelten als Vorbild. Dort wird die staatliche Rente durch eine weit verbreitete Betriebsrente ergänzt, auf die rund 90 Prozent der Beschäftigten zugreifen können. Arbeitgeber tragen dabei den Großteil der Beiträge.
Die Schweiz setzt ähnlich wie Deutschland auf ein Drei-Säulen-Modell. Allerdings zahlen auch Besserverdienende ohne Beitragsgrenze ein, während die staatliche Rente gedeckelt ist. Insgesamt erreichen viele Rentner durch zusätzliche Vorsorge ein höheres Einkommen, bei gleichzeitig hohen Lebenshaltungskosten.
In Schweden ist der Renteneintritt flexibel geregelt. Neben einem umlagefinanzierten System existiert eine fondsbasierte Prämienrente, bei der Versicherte selbst über ihre Anlage entscheiden können.
Frankreich wiederum kämpft mit Reformen unter Protest: Die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters sorgte für massive Widerstände. In Großbritannien liegt das Rentenalter für jüngere Generationen bereits bei 68 Jahren, ergänzt durch verpflichtende private Vorsorge.
Der Vergleich zeigt: Während Deutschland auf ein Drei-Säulen-System setzt, kombinieren andere Länder stärkere staatliche Leistungen, verpflichtende Modelle oder flexible Übergänge in den Ruhestand Ansätze, die in der aktuellen Debatte zunehmend an Bedeutung gewinnen.

