Russlands Öl- und Gaseinnahmen brechen ein – Lemgo Radio Nachrichten
Politik10 Min. Lesezeit

Russlands Öl- und Gaseinnahmen brechen ein

MATTHIAS MASNATA

Moskau Russland steht unter finanziellem Druck wie seit Jahren nicht mehr: Die Einnahmen aus Öl- und Gasexporten sind im Januar 2026 auf rund die Hälfte des Vorjahreswertes gefallen.

Moskau Russland steht unter finanziellem Druck wie seit Jahren nicht mehr: Die Einnahmen aus Öl- und Gasexporten sind im Januar 2026 auf rund die Hälfte des Vorjahreswertes gefallen. Mit 393,3 Milliarden Rubel erreichten die Erlöse den niedrigsten Stand seit Juli 2020, wie das Finanzministerium bekanntgab. Der Einbruch trifft die Staatskasse hart, da die Energieerlöse traditionell den Löwenanteil der öffentlichen Mittel für Sicherheit, Infrastruktur und Sozialleistungen liefern. Fachleute führen den drastischen Rückgang auf fallende Weltmarktpreise für Urals-Öl sowie einen starken Rubel zurück, der die Einnahmen zusätzlich schmälert. Gleichzeitig belasten internationale Sanktionen und sinkende Absatzmärkte das Exportgeschäft weiter. Beobachter warnen, dass Moskau möglicherweise seine Budgetpolitik neu ausrichten muss, etwa durch Steuererhöhungen, Ausgabenkürzungen oder zusätzliche Schuldenaufnahme. Besonders kritisch wirkt der Rückgang in Kombination mit hohen Militärausgaben für die laufenden Operationen in der Ukraine. Analysten sehen darin ein strukturelles Risiko für die Stabilität der russischen Wirtschaft, falls die Einnahmen weiter auf diesem Tiefstand bleiben. Der Trend könnte die Handlungsfähigkeit des Staates erheblich einschränken und das Land zwingen, sowohl innen als auch außenpolitische Prioritäten neu zu setzen.

Lemgo Radio

Jetzt einschalten!