„Schlaganfall ist ein sehr wichtiges Thema“ – Landrat Haase übernimmt Patenschaft für Schlaganfall-Lotsen im Kreis Lippe – Lemgo Radio Nachrichten
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„Schlaganfall ist ein sehr wichtiges Thema“ – Landrat Haase übernimmt Patenschaft für Schlaganfall-Lotsen im Kreis Lippe

Stanley Dost

Beim Termin rund um das Projekt „LEX LOTSEN OWL“ wurde deutlich: Die Versorgung von Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten ist im Kreis Lippe ein zentrales Anliegen.

Beim Termin rund um das Projekt „LEX LOTSEN OWL“ wurde deutlich: Die Versorgung von Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten ist im Kreis Lippe ein zentrales Anliegen. Wir von Lemgo Radio waren vor Ort, als Landrat Meinolf Haase offiziell die Patenschaft für die Schlaganfall-Lotsinnen übernahm – und allen Beteiligten ausdrücklich für ihre engagierte Arbeit dankte.

„Ein Schlaganfall trifft Menschen meist völlig unerwartet und bringt viele Fragen und Unsicherheiten mit sich“, betonte Haase. Die Lotsinnen leisteten hier „eine unschätzbare Arbeit“. Dass dieses Angebot im Kreis Lippe existiere, sei ein großer Gewinn für Betroffene und Angehörige. Die Übernahme der Patenschaft sei ihm deshalb ein persönliches Anliegen.

Strukturierte Hilfe nach dem Klinikaufenthalt

Das innovationsfondsgeförderte Projekt wurde von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe initiiert. Gemeinsam mit den Kreisen in Ostwestfalen-Lippe, der Stadt Bielefeld und den Kliniken der Region wird erprobt, wie Patientenlotsen optimal in die Versorgung integriert werden können.

Dr. Michael Brinkmeier von der Stiftung erklärte das Ziel: Strukturierte Lotsenmodelle sollen die Versorgung nachhaltig verbessern. Die Erfahrungen aus OWL könnten perspektivisch helfen, bundesweit tragfähige Lösungen zu etablieren.

Auch das Klinikum Lippe ist eng eingebunden. Prof. Dr. Christoph Redecker, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie, unterstrich die Bedeutung einer koordinierten Nachsorge: „Die medizinische Behandlung ist nur ein Teil der Versorgung. Ebenso wichtig ist eine gute Begleitung nach der Entlassung.“ Die Lotsinnen sorgten dafür, dass notwendige Hilfen tatsächlich bei den Menschen ankommen.

Begleitung über zwölf Monate

Am Standort Lemgo, wo die für Schlaganfälle zentrale Stroke-Unit angesiedelt ist, begleiten die Lotsinnen Birgit Gilke, Meike Finkler und Carola Riesenberg derzeit rund 60 Patientinnen und Patienten gleichzeitig – jeweils über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten.

Sie helfen, medizinische Informationen verständlich aufzubereiten, klären über Risikofaktoren auf und unterstützen bei organisatorischen Fragen rund um Therapie, Pflege oder Sozialleistungen. „Viele Betroffene fühlen sich nach der Entlassung zunächst überfordert. Wir helfen dabei, den Überblick zu behalten und sind feste Ansprechpartnerinnen – oft auch einfach zum Zuhören“, schilderte Meike Finkler. Ihre Kollegin Birgit Gilke ergänzte: „Es geht darum, Menschen Sicherheit zu geben.“

Vernetzung als Schlüssel

Unterstützt wird das Projekt durch das regionale Lotsenbüro im Gesundheitszentrum des Kreises Lippe in Oerlinghausen. Dort werden Netzwerke koordiniert, Qualitätssicherung betrieben und die Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Therapieeinrichtungen und Beratungsstellen organisiert.

Uwe Borchers vom Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG OWL) hob hervor, wie wichtig die enge Vernetzung im Gesundheitswesen sei. Wenn medizinische, therapeutische und soziale Angebote koordiniert würden, profitierten die Patientinnen und Patienten unmittelbar.

Mit der Patenschaft des Landrats erhält das Projekt zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit. Für Meinolf Haase steht fest: „Schlaganfall ist ein sehr wichtiges Thema.“ Sein Dank galt insbesondere den Lotsinnen, die täglich dazu beitragen, dass Betroffene im Kreis Lippe nach einem einschneidenden Ereignis nicht allein gelassen werden.

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