Seifriz-Preis für Projekt aus OWL – Lemgo Radio Nachrichten
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Seifriz-Preis für Projekt aus OWL

Isabelle Zimmermann

Eine Innovation aus Ostwestfalen-Lippe ist mit dem Seifriz-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Das Fraunhofer-Institut in Lemgo erhielt den Preis gemeinsam mit der Bildhauerei Diwo für die Entwicklung des KI-Systems „StoneCrackMon“.

Eine Innovation aus Ostwestfalen-Lippe ist mit dem Seifriz-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Das Fraunhofer-Institut in Lemgo erhielt den Preis gemeinsam mit der Bildhauerei Diwo für die Entwicklung des KI-Systems „StoneCrackMon“. Die Technologie entstand im Rahmen des Projekts Künstliche Intelligenz und Digital-Offensive für das HANDwerk in NRW (KIDiHa).

Die Anwendung soll helfen, versteckte Schäden an historischen Steinobjekten wie Wegekreuzen oder Denkmälern frühzeitig zu erkennen. Bisher beurteilen Steinmetze deren Stabilität meist anhand von Erfahrung und Klangproben. „StoneCrackMon“ erweitert dieses Verfahren durch künstliche Intelligenz: Das System analysiert Geräusche, die beim Anschlagen oder Schaben eines Steins entstehen, und erkennt anhand der Klangmuster mögliche Risse oder strukturelle Schäden.

Grundlage für die Entwicklung waren mehr als 1.000 Audioaufnahmen aus der täglichen Arbeit von Steinmetz Michael Diwo. Diese Daten wurden genutzt, um die KI zu trainieren. Forschende des Fraunhofer-Instituts entwickelten dafür Hard- und Software sowie die KI-Modelle.

Das Projekt gilt als Beispiel für erfolgreichen Technologietransfer zwischen Handwerk und Forschung. Beteiligt sind neben dem Fraunhofer-Institut auch die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Gefördert wird KIDiHa vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Seifriz-Preis würdigt seit mehr als 30 Jahren besonders erfolgreiche Kooperationen zwischen Wissenschaft und Handwerk. In diesem Jahr wurde „StoneCrackMon“ aus 19 Projekten als eines der drei besten ausgewählt. Die Auszeichnung ist mit jeweils 2.500 Euro für den Handwerksbetrieb und den wissenschaftlichen Partner dotiert und wurde im Rahmen des Branchentreffens Zukunft Handwerk in München verliehen.

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